Himalaya DRM-2009Erfahrungsbericht: Himalaya DRM-2009

Rundfunkempfänger mit terrestrischem Digital-Empfang

Der Rundfunkempfänger Himalaya DRM-2009 von Roberts/Sangean ist neben dem technisch sehr ähnlich aufgebauten Morphy-Richards-Digitalradio eines der ersten kombinierten DRM- und DAB-Geräte, mit denen man digitale Sender auf Langwelle, Mittelwelle, Kurzwelle und VHF/UHF (Band III und L) empfangen kann. Beide verwenden intern das SDR-Modul (software-defined radio) RS500 des britischen Herstellers Radioscape. Der Himalaya-Empfänger ist mit knapp 27 cm Gehäusebreite sehr kompakt und besitzt trotzdem zwei Lautsprecher für Stereo-Wiedergabe.

Gut gemacht:

  1. Außer DAB (Digital Audio Broadcast) wird DRM (Digital Radio Mondiale) für LW/MW/KW unterstützt, zusätzlich können auch analoge AM- und UKW-FM-Sender empfangen werden.
  2. Es ist Stereo-Empfang möglich (FM, DRM, DAB). Über die Kopfhörer-Buchse oder auch über den optischen Digitalausgang kann ein externer Verstärker bzw. PC angeschlossen werden, ggf. mit Subwoofer; der Klang ist dann wesentlich besser als mit den eingebauten Lautsprechern.
  3. Außer in dem für bundeslandweite DAB-Ausstrahlungen benutzten VHF-Band III (174...230 MHz) ist auch ein Empfang im L-Band möglich (1452...1492 MHz) möglich, das für lokale Sender verwendet wird; allerdings sind die Empfangs-Möglichkeiten dabei regional sehr unterschiedlich.
  4. Das Füllen der Sendertabelle ist dank des eingebauten Suchlaufs sehr einfach. Dabei werden die Rundfunkbänder auf LW, MW, KW und VHF/UHF abgesucht und die gefundenen Sender werden mit ihren Namen und Frequenzen im Speicher abgelegt.
  5. Bei UKW-FM wird die Anzeige von Senderinformationen unterstützt (RDS), bei DAB auch der elektronische Programmführer EPG (electronic program guide).
  6. Bei schlechter werdendem Empfang kann mit der AFS-Funktion (alternative frequency switching) automatisch auf eine andere Frequenz desselben Senders gewechselt werden, ggf. auch bandübergreifend, z.B. von UKW-FM auf DAB.
  7. Bei den auf Kurzwelle unvermeidlichen Feldstärke-Einbrüchen wird das Audiosignal nicht hart abgehackt, sondern sanft ausgeblendet.
  8. Über eine Klinkenbuchse lässt sich eine externe Antenne anschließen. Der Empfang verbessert sich wesentlich, wenn die Antenne ein paar Meter vom Empfänger entfernt im Freien steht. Die eingebaute Ferritantenne (MW, LW) lässt sich für diesen Zweck über ein Menü auch abschalten.
  9. Mit einer (nicht mitgelieferten) SD-Speicherkarte können digitale Sender aufgezeichnet werden (allerdings nicht als MP3-Dateien, sondern im MPEG-2- bzw. DRM-Datenformat). Zusätzlich können von der SD-Karte auch MP3- und WMA-Dateien abgespielt werden, die vorher z.B. am PC gespeichert wurden.
  10. Ein USB-Anschluss erlaubt den Zugriff auf die SD-Speicherkarte vom PC aus. Über sie ist auch ein Firmware-Update für das Radioscape-Modul möglich.

Schlecht gemacht:

  1. Wegen des hohen Stromverbrauchs des Radioscape-Moduls reichen die Batterien (vier Babyzellen mit je 1,5 V) nur für etwa drei Stunden Betrieb. In der Praxis kommt deshalb nur Netzbetrieb in Frage.
  2. Das Verwenden von Akkus ist leider nicht möglich, da deren geringere Spannung von 1,2 V statt 1,5 V für den Betrieb nicht ausreicht.
  3. Die Standby-Taste reduziert unerwarteterweise den Stromverbrauch nicht merklich. Insbesondere bei Batteriebetrieb, aber auch zur Einsparung von Netzstrom, sollte man den Empfänger deshalb lieber ganz ausschalten.
  4. Das Bedienkonzept ist gewöhnungsbedürftig. Beispielsweise gibt es keinen eigenen Lautstärkeregler; statt dessen muss man erst auf den Volume-Knopf drücken und kann anschließend mit dem Multifunktions-Drehknopf (der auch zur Senderwahl dient) die Lautstärke ändern.
  5. Das Digitalmodul ist nicht hinreichend abgeschirmt. Die dadurch auf manchen Frequenzen entstehenden Interferenzen verschlechtern die an sich gute Empfindlichkeit des Empfängers bei Verwendung der eingebauten Teleskopantenne unnötigerweise: Hier wurde am falschen Ende gespart.
  6. Es gibt leider keine Möglichkeit, vom AM-Betrieb unter Beibehaltung der aktuellen Frequenz probeweise auf DRM umzuschalten, wenn man am typischen Rauschen erkennt, dass sich ein DRM-Sender auf der Frequenz befindet.
  7. Wenn man einen AM-Kurzwellensender auf einer bestimmten Frequenz einstellen möchte, ist das mangels direkter kHz-Eingabemöglichkeit sehr langwierig: Man muss schier endlos am Drehknopf kurbeln. (Eine Notlösung ist, die Mittenfrequenzen der KW-Rundfunkbänder auf Speicherplätze zu legen.)
  8. Das Anzeigeformat für den von den DAB-Sendern allerdings ohnehin noch sehr stiefmütterlich behandelten elektronischen Programmführer (EPG) ist sehr eingeschränkt; je nach Textlänge ist nur ein Teil der Informationen lesbar.
  9. Es ist nicht möglich, die Belegung der Speicherplätze oder andere Empfängerfunktionen über den USB-Anschluss vom PC aus zu steuern.
  10. Weder eine SD-Speicherkarte noch ein USB-Kabel mit dem speziellen Mini-Stecker (kompatibel z.B. mit Canon, Casio, Sony) gehören zum Lieferumfang.

Fazit:

Weitere Informationen:

  1. Zahlreiche Rundfunkstationen senden bereits digital auf Kurzwelle (DRM), allerdings sind sie wegen der sich mit der Tageszeit ändernden Ausbreitungsbedingungen meist nicht rund um die Uhr zu empfangen. Beispielsweise ist RTL Radio auf 6095 kHz in ganz Mitteleuropa tagsüber in exzellenter Qualität zu hören. Der Höreindruck bei DRM-Sendern auf Kurzwelle ist mit UKW-FM vergleichbar.
  2. In Deutschland werden alle öffentlich-rechtlichen Rundfunkprogramme bereits im DAB-Standard ausgestrahlt (meist auf Band III), Deutschlandfunk und Deutschlandradio sowie einige private Sender sind regional unterschiedlich im L-Band zu empfangen. Ferner existieren auch werbefreie Programme wie etwa Bayern Mobil, die nicht über UKW-FM abgestrahlt werden, sondern nur digital via DAB und Satellit (DVB-S).
  3. Die bei DAB vorhandene Fehlerkorrektur ermöglicht auch innerhalb von Gebäuden meist einen guten Empfang, allerdings gerät sie manchmal etwas aus dem Tritt, wenn die Feldstärke nur knapp über dem Minimum liegt, was sich in einem leichten Blubbern äußern kann.
  4. Der auf VHF/UHF verwendete DAB-Standard ist heute Stand der Technik. Es sind allerdings Überlegungen im Gange, ihn langfristig durch DAB+ zu ergänzen oder zu ersetzen, wobei eine DRM-ähnliche Audiocodierung (MPEG-4, AAC+) verwendet wird, eventuell auch im bisherigen FM-Frequenzbereich (87 bis 108 MHz). Inwieweit dies dann beim Empfänger durch ein Firmware-Update nachrüstbar ist, bleibt abzuwarten.
  5. Links: Himalaya, Radioscape (englisch).