BLOGBlog 2012

20.02.12 Mit Globuli gegen Elektrosmog

Die Firma Homeda bietet "Elektrosmog C30 Globuli" an: Verdünnter Alkohol wird mit Hochfrequenz bestrahlt und soll sich diese Behandlung merken. Die Flüssigkeit wird dann 30 mal jeweils im Verhältnis 1 zu 100 verdünnt, auf Zuckerkügelchen getropft und schließlich für 13,50 Euro je 10 g verkauft. Ferner wird auch ein Schutzbeutel für homöopathische Produkte angeboten, der 99,9 % hochfrequenter Strahlung abhalten soll, damit die Medikamente durch sie nicht verderben. Wirklich genial.

08.02.12 Satelliten-Telefone abhörbar

Forscher der Ruhr-Universität Bochum haben den beim Satelliten-System Thuraya eingesetzten Verschlüsselungs-Algorithmus A5-GMR-1 geknackt, indem sie Firmware-Updates eines Thuraya SO-2510 untersuchten. A5-GMR-1 ist eine nur leicht veränderte Version des bei GSM eingesetzten A5/2, das bereits vor einiger Zeit geknackt wurde. Allerdings sind GSM-Funkzellen relativ klein, während der Downlink-Strahl eines Satelliten ein sehr großes Gebiet abdeckt, was es etwa Geheimdiensten und anderen Behörden leicht macht, in ihrem Land eine große Zahl von Telefonen abzuhören. Dabei ist davon auszugehen, dass einige Geheimdienste längst selbst herausgefunden haben, was die Ruhr-Universität jetzt vermeldet. Das beim ISatPhone Pro von Inmarsat eingesetzte Verfahren GMR-2+, eine offenbar proprietäre Erweiterung des Standards GMR-2, ist prinzipiell übrigens ebenfalls anfällig, wurde aber in Bochum bisher nicht näher untersucht.

25.01.12 Massaker von Haditha bleibt ungesühnt

Am 19. November 2005 zog eine Gruppe US-amerikanischer Marine-Infanteristen durch das irakische Dorf Haditha und tötete 24 Zivilisten, darunter zehn Frauen und Kinder - offensichtlich ein Rachefeldzug wegen eines zuvor getöteten US-Soldaten. Keiner der beteiligten vier Infanteristen muss jetzt ins Gefängnis. Auch Anführer Frank Wuterich wurde zwar wegen Verletzung seiner Dienstpflicht zu 90 Tagen Haft verurteilt, braucht aber die Strafe aus formalen Gründen nicht anzutreten.

24.01.12 Microsoft als Pseudo-Standard

Ich staune immer wieder, wie blind manche Anwender meinen, Microsoft Office, Exchange oder Outlook seien das Maß aller Dinge. Da werden munter E-Mails mit Anhängen versandt, die in der nur für den Exchange-internen Austausch gedachten Container-Datei WINMAIL.DAT codiert sind, die weder standardkonform ist noch sich von anderen Mail-Programmen ohne dubiose Dritthersteller-Plugins entschlüsseln lässt. Oder es werden .DOC-Dateien versandt, die mit einem Uralt-Word generiert wurden, die aber noch nicht mal das mit Windows Vista oder Windows 7 gelieferte Wordpad versteht - von .XLS- oder .PPT-Dateien ganz zu schweigen. Am unerfreulichsten ist aber die Beratungs-Resistenz vieler Anwender, die selbst bei Verweis auf entsprechende Artikel der Microsoft Knowledgebase, wie man E-Mails trotz Verwendung von Office, Exchange und Outlook standardkonfom versenden kann, lapidar antworten: "Die anderen Empfänger haben sich aber nicht beschwert."

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06.01.12 Copyright gilt auch im Web

Der Irrglaube, man dürfe Text und Bilder beliebiger Webseiten einfach auf die eigene Seite kopieren, ist offenbar immer noch weit verbreitet. So hat der Betreiber einer Seite funk-news.de (unter anderem) meinen Erfahrungsbericht über das Handfunkgerät UV-3R komplett übernommen. Auf Anfrage wurde uneinsichtig mitgeteilt, es handle sich schließlich um eine nichtkommerzielle Seite. Aber das Urheberrecht unterscheidet aus gutem Grund nicht, ob Inhalte mit Gewinnerzielungs-Absicht bereitgestellt werden. Und wenn die Originalseite später ab und zu aktualisiert wird, sollte über Suchmaschinen doch nicht eine völlig veraltete Kopie gefunden werden.

Das Internet bietet einen ganz einfachen Weg, auf interessante Inhalte zu verweisen, ohne gegen das Copyright zu verstoßen - nämlich Links, ggf. auch mit einem kurzen Textauszug als Inhaltsangabe.

05.01.12 Lohnt sich eine Site-Suche?

Auf mehreren betreuten Websites hatte ich im Dezember 2011 eine Volltext-Suche installiert, inzwischen auch auf dieser hier. Die Suche basiert auf einem Perl-CGI-Programm, das einen Suchwort-Index über alle HTML-Dateien benutzt. Der Vorteil gegenüber externen Web-Suchmaschinen ist u.a. der jederzeit aktuelle Index. Inzwischen ist anhand des Server-Logs eine Aussage möglich, ob sich so etwas lohnt: Vielleicht. Es kommt darauf an.

Typisch benutzen höchstens zwei Prozent der Besucher die Site-Suche (wären es mehr, dann müsste man sich ernsthaft Gedanken machen, ob die Seiten-Navigation benutzerfreundlich genug ist). Etwa die Hälfte dieser 2 % rufen die Suchseite nur auf, um zu sehen, wie sie aussieht, führen dann aber keine Suche durch. Die andere Hälfte, also etwa 1 %, gibt tatsächlich ein oder mehrere Suchworte ein. Nur die Hälfte davon, also 0,5 %, ist bei der Suche erfolgreich; jedenfalls werden irgendwelche Ergebnisse angezeigt - ob sie den gewünschten Inhalt zeigen, ist naturgemäß schwierig zu beurteilen (tatsächlich klickt keineswegs jeder auf einen Ergebnis-Link, und oft wird nach Dingen gesucht, die es auf der Website gar nicht gibt).

Das restliche halbe Prozent gibt entweder einen ganzen Satz wie etwa "Warum dauert das Herunterfahren von Windows zwei Minuten" ein, wobei gewöhnlich keine verfügbare Seite alle diese Worte enthält und deshalb nichts Passendes gefunden wird, oder schreibt die Begriffe schlicht falsch (wie etwa "Standart" oder "herrunterfahren"), so dass sie schon deshalb nicht gefunden werden. Fazit: Eine Site-Suche hilft vielleicht in einigen Fällen, ist aber kein Ersatz für eine vernünftige Navigation.

04.01.12 Überweisung innerhalb eines Tages

EuroSeit dem 1. Januar 2012 gilt eine neue Regelung entsprechend § 675s BGB, wonach zumindest bei Online-Überweisungen die Wertstellung beim Empfänger spätestens einen Geschäftstag später erfolgen muss. Zwar war dies auch bisher schon so festgeschrieben, das Gesetz ließ bei den Banken aber eine abweichende Vereinbarung in ihren AGB zu. Die verkürzte Frist gilt für alle EU-Staaten sowie für Gibraltar, Island, Liechtenstein, Norwegen, Miquelon, Monaco, Saint-Pierre und die Schweiz. Lediglich bei schriftlich eingereichten Überweisungs-Formularen gilt noch eine verlängerte Frist von zwei Tagen.

Man fragt sich, warum die verkürzte Frist so lange auf sich warten ließ, da eine Online-Überweisung längst nirgendwo mehr irgend einen manuellen Vorgang bei einer Bank erfordert.

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