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2009Die so genannte Klimaschutz-Konferenz in Kopenhagen wurde ihrem Namen nicht gerecht, von Klimaschutz kann keine Rede sein. Im Abschlussdokument findet sich nicht eine einzige Zahl. Die diskutierten Ziele werden lediglich ganz unverbindlich "zur Kenntnis genommen" - eine Farce angesichts des betriebenen Aufwands. Erneut zeigt sich, dass die Pessimisten die Realisten sind: Die Menschen, vertreten von Politikern, die stets nur kleinzellig und bis zur nächsten Wahl denken, sind unfähig, kollektiv in ihrem eigenen Interesse zu handeln, selbst dann, wenn es um globale Überlebensfragen geht.
Das mag jenen passen, die eine vom Menschen verursachte globale Erwärmung generell in Abrede stellen oder sich darauf freuen, dass es in ihrem kühlen Land bald etwas wärmer werden könnte. Teilweise wird auch argumentiert, der Meeresspiegel steige ja überhaupt nicht, wenn ein paar Eisberge schmelzen - nur wird dabei das Festland-Eis auf Grönland und in der Antarktis vergessen. Ebenso wird gern der zu erwartende Lawinen-Effekt ignoriert: Mehr Kohlendioxid in der Atmosphäre führt zu erhöhten Temperaturen auf der Erde, wärmere Ozeane können aber wiederum weniger Kohlendioxid absorbieren.
Nun zeigt sich, wie wichtig es war, gegen Rundfunkgebühren für PCs vor den Verwaltungsgerichten zu Felde zu ziehen. Martin Stadelmaier, Leiter der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz und Koordinator der Medienpolitik der Länder, hat vor wenigen Tagen in einem Pressegespräch bestätigt, dass die PC-Gebühr schon im Jahr 2013 von der bisherigen Radiogebühr auf den vollen Satz von derzeit knapp 18 Euro pro Monat angehoben werden soll. Bisher konnte sich manch einer trösten, dass die betriebliche Autoradio-Gebühr den PC mit abdeckt - damit wäre dann Schluss.
Ob und wie man das bisherige gerätebezogene System überhaupt beibehalten will, wird sich vielleicht auf einer Sonderkonferenz der Ministerpräsidenten der Länder am 9. Juni 2010 in Berlin zeigen. Es wird von einer Haushaltsgebühr als Alternative gesprochen, mit der allerdings offenbar immer auch eine Betriebsgebühr gemeint ist, was bedeutet, dass jeder kleine Handwerker, Ladeninhaber oder Freiberufler doppelt für etwas zahlt, was er höchstens einmal konsumieren kann. Es bleibt zu hoffen, dass die Gerichte diesem absurden Treiben bald ein endgültiges Ende bereiten.
RTL erzielte beim TV-Publikum ab 3 Jahren im November einen durchschnittlichen Marktanteil von 13,9 Prozent. Auf die ARD entfielen 12,8 %, auf das ZDF 11,7 %, Sat.1 10,4 % und auf ProSieben 7,1 %. RTL begründet seinen Spitzenplatz mit Shows wie "Das Supertalent", "Willkommen bei Mario Barth", "Wer wird Millionär?". Vielleicht sollte ich meine Meinung, dass HD+ keine Erfolgsaussichten hat, revidieren: Man sollte nie von sich auf andere schließen.
Ich
käme wohl kaum auf die Idee, mit Google nach Google zu suchen. Aber sehr viele
Nutzer verwechseln den Suchschlitz offenbar mit der Adress-Eingabezeile des
Browsers: 2009 waren die 5 beliebtesten Suchbegriffe bei Google "YouTube",
"Ebay", "Wetter", "Google" und "Hamburg". Bei Microsofts Suchmaschine Bing
sind die ersten beiden Plätze dieselben wie bei Google: "Youtube", "Ebay",
"Jappy", "Wer kennt wen" und "Facebook". Yahoo-Nutzer können sich dagegen
offenbar die Wikipedia-URL nicht merken: "Wetter", "Routenplaner", "Wikipedia"
und "Telefonbuch" sind hier am meisten gefragt.
Kürzlich sandte ich eine Spam-Beschwerde an die Abuse-Adresse von Hotmail; man macht es dort Spammern leider viel zu leicht, massenweise anonyme Accounts anzumelden. Tatsächlich kam nach wenigen Minuten eine Antwort zurück, auch wenn sie vermutlich automatisch generiert war - allerdings werde ich ihren Inhalt nie erfahren, denn sie wurde sie hier prompt abgelehnt. Der Microsoft-Server mit der IP-Adresse 65.54.241.25 (diese gehört wirklich Microsoft) meldete sich nämlich im SMTP-Dialog mit BAY0-XMR-001.phx.gbl als HELO-Domain. Eine Top-Level-Domain .gbl gibt es aber nicht, also ist die Absender-Domain ungültig, und die E-Mail wurde gar nicht erst angenommen. Manchmal fragt man sich schon, ob es bei Microsoft auch Leute gibt, die sich mit dem Internet auskennen.
Manch
ein guter Ingenieur wäre niemals ein solcher geworden, wenn es zu Zeiten
seiner Ausbildung Studiengebühren gegeben hätte - eines der Themen der
derzeitigen Studenten-Proteste. Reiche Eltern sagen nichts über die Begabung
aus. Auch die Mutation des Diplom-Ingenieurs zum Bachelor oder Master hat sich
längst als Fehler herausgestellt. Und die dafür jetzt eingeführte
Anwesenheitspflicht in den Hörsälen ist im Grunde unsinnig: Es spielt doch
keine Rolle, wo sich ein Student Wissen aneignet, im Hörsaal oder sonstwo,
entscheidend ist, ob er es tut, ob er die Semester-Prüfungen besteht und
somit, ob die Erwartungen künftiger Arbeitgeber erfüllt werden können. Der mit
der Anwesenheitspflicht oft verknüpfte Begriff "Selbstbestimmtes Lernen"
bezieht sich im Studium übrigens - im Gegensatz zu dem von sogenannten Freien
Schulen benutzten gleichen Ausdruck - nicht etwa darauf, dass man nur das
lernt, worauf man Lust hat, sondern nur darauf, wie und wo man das nötige
Wissen erwirbt.
Überall Schmierereien: S-Bahn, DB-Waggons, U-Bahn-Züge, Schallschutz-Mauern, Bahnhofsgebäude, sogar Kapellen werden durch solche Kunstwerke verziert. Die Beseitigung lässt oft auf sich warten. Aber man kann nachhelfen. Klaus Marek vom Baureferat der Stadt München: "Grundsätzlich werden laut Stadtratsbeschluss Schmierereien nur sofort entfernt, wenn sie verfassungsfeindliche Symbole, rassistische oder sexistische Sprüche zeigen." Na wunderbar: Ein Hakenkreuz auf die Graffiti draufgemalt, und schon werden sie beseitigt.
RTL und Vox strahlen Ihre Programme jetzt auch hochauflösend aus. Was? Sie besitzen einen HD-Receiver und haben das noch gar nicht bemerkt? Tja, die Programme sind verschlüsselt, und zwar im neuen Verfahren HD-Plus. HD+ ist eigentlich HD-, denn die dafür erforderlichen zertifizierten Receiver mit CI-Slot benötigen nicht nur eine kostenpflichtige Decoder-Karte, sondern erlauben - soweit sie über eine Aufzeichnungsfunktion verfügen - für diese Sender kein Vor- und Zurückspulen. Schließlich könnten dem desinteressierten Zuschauer ja ein paar Sekunden der kostbaren Werbung entgehen.
Ich
bin mit mir uneins, ob das Ganze ein wirtschaftlicher Erfolg wird: Mit
gesundem Menschenverstand müsste man wohl zu einem glatten Nein tendieren.
Andererseits gibt es ja durchaus RTL-Serien und -Shows, die - wenn ich sie
auch noch nie erduldet habe - Einschaltquoten von mehreren Prozent erreichen.
Vielleicht kann man diese dann inklusive der nicht überspringbaren Werbeblöcke
hochauflösend leichter ertragen? Wie auch immer - ich kann mir nicht
vorstellen, dass HD-Werbung als Pay-TV ein erfolgreiches Geschäftsmodell ist.
Die Besitzer von HD-Receivern bekommen zu Weihnachten jedenfalls für die
ohnehin fälligen Rundfunkgebühren wieder ein paar Tage ARD und ZDF hoch
aufgelöst und ab Februar 2010 sogar HDTV als öffentlich-rechtliches
Regelprogramm.
DNS-Blacklists sollten Mailserver-Betreibern eigentlich dazu dienen, Spam-Quellen zu erkennen und Mails von dort abzulehnen. Inzwischen scheinen sich diese Blacklists allerdings als Geschäftsmodell zu verselbstständigen. So werden etwa bei UCE-Protect alias Backscatterer.org IP-Adressen von Servern gelistet, die den Absendern von Mails z.B. nach 30 Tagen mitteilen, dass ihre E-Mails nicht abgeholt wurden und deshalb jetzt gelöscht werden: Ein vollständig legales Verfahren, wenn halbwegs sichergestellt wird, dass Mails nicht von gefälschten Absender-Adressen angenommen werden. UCE-Protect bietet solchen Server-Betreibern an, sie gegen Zahlung von 50 Euro aus der Liste zu entfernen. Dieses Geschäftsmodell funktioniert aber offensichtlich nur deshalb, weil es zu viele Serverbetreiber gibt, die das Problem nicht ganz verstehen (dazu gehören offenbar auch einige bayerische Behörden) und deshalb Backscatterer.org zum Sperren von IP-Adressen verwenden. Seriöse DNSBL-Dienste wie etwa Spamhaus.org machen einen solchen Unsinn nicht mit.
In einem Newsgroup-Beitrag brüstet sich der Inhaber von UCE-Protect damit, dass seine Webseite populärer sei als die von Spamhaus. Das allerdings ist kein Wunder, da typischerweise gerade jene die Webseiten von DNSBL-Diensten besuchen, die zu Unrecht in die Sperrlisten aufgenommen wurden - ein fatales Eingeständnis falscher Einträge.
Wenn
man Spam-Mails erhält, fragt man sich oft: Woher haben die eigentlich meine
Adresse? So ging es mir beispielsweise, als ich Werbung von einem Finanzmakler
Klaertauf alias Finexx erhielt. Eine Nachfrage dort ergab, dass die Adressen
von der zwielichtigen Firma Opti-Adress stammten, die ihren Sitz angeblich in
Spanien hat, aber unter einer deutschen 01805-Nummer erreichbar ist. Auf deren
Webseite, auf der neun Millionen E-Mail-Adressen feilgeboten werden, wird
vollmundig versichert: "Alle Adressaten haben der Zusendung von Werbung durch
Dritte zugestimmt!" Das ist natürlich absurd. Kein vernünftiger Mensch würde
jemals der Weitergabe seiner Adresse an Dritte zustimmen. Bei solchen
Adressenhändlern handelt es sich schlicht um Kriminelle, die ihre Kunden nach
Strich und Faden belügen.
Während Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), möglicherweise die nächste Bundes-Justizministerin, gleich nach der Wahl ankündigte, zügig Websperren und Vorratsdatenspeicherung stoppen zu wollen, schließt wenig später Wolfgang Bosbach (CDU) derartige Zugeständnisse an die FDP kategorisch aus. Man fragt sich, wozu eigentlich Koalitionsverhandlungen gut sein sollen, wenn die Positionen für alle Zeiten in Stein gemeißelt sind. Offenbar war für die Union das Regieren mit der SPD wesentlich problemloser - über Bürgerrechte brauchte man sich nicht groß den Kopf zu zerbrechen.
Kleinlaut musste der renommierte Heise-Verlag heute eingestehen, dass auf der seinem Sonderheft "Hardware" beigelegten DVD der vor vier Wochen erstmals entdeckte Delphi-Virus enthalten ist. Das Heft wird im Zeitschriftenhandel munter weiter angeboten, und lediglich eine kleine Mitteilung auf der Verlags-Homepage warnt Anwender (soweit sie diese lesen) vor dem Virus. Man kann zweierlei daraus lernen. Erstens: Traue niemandem. Zweitens: Viren-Scanner sind immer veraltet.
Wenn die Bundeskanzleramts-Kandidatin der einen Regierungspartei mit dem Kandidaten der anderen diskutiert, ist wenig Neues zu erwarten. Trotzdem fühlen sich vier Fernsehsender - ARD, ZDF, RTL, SAT1 - bemüßigt, die 90minütige Diskussion parallel zu übertragen, statt die ihnen eigentlich aufgetragene Programmvielfalt zu gewährleisten. Anschließend nehmen sich die Moderatoren der Sender noch Zeit, das Gesagte für die Zuschauer zu deuten, weil die das alles womöglich nicht richtig verstanden haben könnten: eine ganze Stunde lang in der ARD, 45 Minuten im ZDF, eine halbe Stunde in SAT1 und (reicht das denn?) 15 Minuten in RTL. Die Oppositionsparteien müssen leider draußen bleiben.
05.09.09
Web-Standards und ihre EinhaltungDas ZDF wird am 1. November 2009 den Digitalkanal ZDF-Doku durch ein neues Format names ZDFneo ersetzen. Es soll sich an 25- bis 49jährige als Zielgruppe wenden - also genau an diejenigen, die von Privatsendern als Hauptzielgruppe für ihre Werbung gesehen werden. Mit teils selbst produzierter, aber auch eingekaufter Unterhaltung aller Art, einschließlich Musiksendungen, Comedy und Spielfilmen nähert sich der Inhalt somit den Dritten Programmen der ARD an. Mit der Finanzierung hat man dank der üppigen Rundfunkgebühren, die die GEZ für eine so genannte Grundversorgung durch öffentlich-rechtliche Sender jetzt sogar auf PCs erhebt, offenbar überhaupt keine Probleme.
Stellen Sie sich vor, ein Staat erlässt ein Gesetz, das irgend etwas unter Strafe stellt, aber was das genau ist, wird geheim gehalten. Genau das ist jetzt passiert, und zwar nicht etwa in einer totalitären Diktatur, sondern mitten in Deutschland: Zur Umsetzung des Gesetzes zur Bekämpfung der Kinderpornographie - kurz Zugangserschwerungs-Gesetz - hat die Bundesnetzagentur auftragsgemäß eine technische Richtlinie entworfen, die regelt, wie welche Inhalte im Internet gesperrt werden. Im Gegensatz zu anderen Regulatorien wird sie allerdings als "nur für den Dienstgebrauch" zu benutzende Geheimakte klassifiziert. Mit anderen Worten: Was genau unter Strafe steht, bleibt geheim, aber wer dagegen verstößt, macht sich strafbar. Das ist für einen demokratischen Staat eine neue Qualität.
2003 hatte der NASA-Physiker David Hathaway noch prophezeit, dass der nächste solare Zyklus 24 Ende 2006 mit vermehrter Sonnenaktivität beginnen und um 2011 ein sehr hohes Maximum zeigen würde. Aber erst im Januar 2008 zeigte sich ein erster einzelner Sonnenfleck mit der magnetischen Polarität des neuen Zyklus. Neuere Vorhersagen sprachen von einem deutlich kleineren und auch späteren Maximum. Ein paar Sonnenflecken, die sich vor einigen Wochen zeigten, verschwanden aber rasch wieder, und von einem anhaltenden Anstieg der Aktivität ist bis heute nichts zu sehen, so dass aktuelle Prognosen bereits wieder veraltet sein könnten. Eine über längere Zeit geringe solare Aktivität könnte unter anderem zu einer vermehrten Wolkenbildung führen, die mehr Niederschläge und geringere Temperaturen auf der Erdoberfläche verursacht.
Ich
habe vor ein paar Tagen versucht, von Opera 10 auf Firefox 3.5 umzusteigen.
Kleine Ärgernisse bei der Darstellung bestimmter Webseiten waren der Anlass.
Jetzt zeigt sich, dass das keine Lösung ist. Firefox nervt auf stromsparenden
Netbooks mit unzumutbaren Ladezeiten von 8 Sekunden und mehr, reagiert während
des Ladens von Webseiten mit vielen Elementen oft etliche Sekunden überhaupt
nicht auf Maus und Tastatur, hat ebenfalls seine Bugs und braucht für das, was
Opera ohnehin schon kann, zahllose Extensions, die die Ladezeit weiter
verlängern. Wer einmal Opera wirklich benutzt hat, kann bestenfalls auf Safari
umsteigen (siehe weiter unten) oder sich mit Chrome in die Fänge der
Datenkrake Google begeben, aber Firefox ist wohl nur für den halbwegs flott,
der sein Büro mit einer mehrere GHz schnellen CPU heizt oder dessen Laptop den
Akku innerhalb von zwei Stunden leersaugt. Der IE kommt schon wegen seiner
regelmäßigen vor allem Active-X zu verdankenden Sicherheitsprobleme nicht
wirklich in Frage.
Die
Zahl 15 beschreibt viele Parameter des Desertec-Projekts. 15 Institutionen
sind an ihm beteiligt. Bis 2050 könnten thermische Solarkraftwerke in der
Sahara rund 15 % des europäischen Strombedarfs decken. Beim Transport nach
Europa über Gleichstrom-Leitungen würden etwa 15 % der Energie verloren gehen.
Existente solarthermische Anlagen in Spanien produzieren Strom für etwa 15
Cent je Kilowattstunde - konventionelle Kraftwerke schaffen das unter
Zugrundelegung der heutigen Primärenergie-Kosten für ein Drittel davon. In 15
Jahren könnte Desertec-Strom konkurrenzfähig sein.
Ob man sich mit Anlagen in Nordafrika nicht wieder in genau dieselben Abhängigkeiten wie bei Öl und Gas begibt? Wie sieht es mit der politischen Stabilität dort aus? Wäre es nicht sinnvoller, Energie so weit wie möglich im eigenen Land zu produzieren? Ein Mix aus Sonne, Wind und Erdwärme könnte die Lösung sein - wenn es nicht längst schon wieder Bürgerinitiativen gäbe, die nach dem Sankt-Florians-Prinzip die Erzeugung dessen, was sie selbst verbrauchen, möglichst weit weg haben möchten.
Erst dachte ich, ich hätte mich im Datum geirrt, aber es nicht etwa April, sondern Juli: Gestern schlug Peter Würtenberger, Marketing-Leiter bei Axel Springer, allen Ernstes vor, Google solle einen Teil seiner Werbe-Einnahmen an Verlage abzweigen. Dabei wird von diesem Internet-Ausdrucker offenbar völlig übersehen, dass es ja genau diese Suchmaschinen-Links sind, die überhaupt erst Besucher auf die Verlags-Seiten bringen, auf denen ihrerseits dann auch Werbung zu finden ist, an der die Verlage verdienen. Aber Würtenberger geht noch weiter: Denkbar sei, dass beim Kauf eines Computers eine Internet-Abgabe mitbezahlt werde, ähnlich einer Urheberrechtsabgabe beim Kopierer-Kauf. Ich denke, die Verlage müssen schon selber ein Online-Konzept finden, statt bei Dienstleistungen Dritter mitverdienen zu wollen.
In den letzten Tagen berichtete die Computer-Presse über die gute Performance von Apples Safari 4.0. Deshalb habe auch ich diesen Browser testweise installiert. Zunächst scheiterte die Benutzung schon daran, dass das Intranet hier mit einer per UNC-Pfad aufgerufenen Portalseite arbeitet - und Safari kann leider Seiten mit einem Pfad wie \\server\c\web\index.htm nicht laden (per Netzlaufwerks-Mapping ging es dann immerhin). Gegenüber Opera fehlt mir die Möglichkeit, ohne Verrenkungen eine HTML-Datei auch bearbeiten zu können oder z.B. das Last-Modified-Datum und andere Daten einer Webseite per Info-Fenster anzuzeigen. Es mag ja sein, dass Safari bei irgendwelchen Benchmark-Scripts gut abschneidet, aber die gefühlte Performance bei der Anzeige von Webseiten war nicht spürbar besser als bei Opera, und es fehlen viele nützliche Funktionen. Also Safari wieder runter von der Platte - was dank einem leider sehr unvollständig arbeitenden Uninstall (beispielsweise wurden .htm-Dateien immer noch Safari zugeschrieben) einige Nacharbeiten erforderte.
Ein
paar versprengte SPD-Abgeordnete hatten zuletzt noch Skrupel: "Erst wenn die
letzte Kritik zensiert, die letzte Satire gelöscht und der letzte
Internet-User erfasst, werdet Ihr merken, dass es im Netz immer noch
Kinderpornografie gibt." Aber es half alles nichts, auch keine Petition mit
134.014 Stimmen und natürlich auch nicht, dass FDP, Grüne und Linke dem
Entwurf der Großen Koalition nicht zustimmten: Deutschlands Internet-Provider
bekommen unter dem Deckmantel der angeblichen Kinderporno-Bekämpfung eine von
Beamten des Bundeskriminalamts fernsteuerbare Zensur-Infrastruktur verordnet.
Die Internet-Ausdrucker - so nennt man heutzutage medien-inkompetente Politiker, die sich Webseiten zur Ansicht typischerweise ausdrucken lassen - stellen uns mit ihrer DNS-Zensur auf eine Stufe mit China und Iran. (Diese Webseite ist übrigens nicht zum Ausdruck geeignet!) Der mit der Kontrolle der Sperrliste eigentlich beauftragte Datenschutzbeauftragte des Bundes wehrt sich vehement gegen die undankbare Aufgabe. Vergleichbare Web-Sperren anderer Länder wie Dänemark oder Australien zeigen, dass die Zensur oft völlig unverdächtige Anbieter trifft, die mit Kinderpornos nicht das Geringste zu tun haben.
Nachtrag 25.10.09:
Die FDP hat bei den Koalitionsgesprächen mit der CDU/CSU erreicht, dass dieser
Unsinn erst mal gestoppt wird.
Wer bei einer Wahl unterliegt, wie jetzt bei der Europawahl, zieht leicht falsche Schlüsse. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Jörn Thießen möchte, dass jemand, der nicht zur Wahl geht, 50 Euro Strafe bezahlt. In meinem Bekanntenkreis gibt es einige, die sich für Politik generell kaum interessieren und nicht einmal wissen, wer gerade Innen- oder Außenminister ist. Wenn man solche Mitbürger zur Wahl zwingt, führt das nicht unbedingt zu mehr Demokratie.
In der SPD gibt es Überlegungen, die geplante Sperrung von Kinderporno-Seiten im Internet auf politische Inhalte auszuweiten. "Natürlich werden wir mittel- und längerfristig auch über andere kriminelle Vorgänge reden", sagte der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz der Berliner Zeitung. Er könne sich vorstellen, auch Seiten mit verfassungsfeindlichen Inhalten zu blockieren. Welche Seiten das genau sind, ist natürlich einer demokratischen Kontrolle entzogen, denn man kann deren Adressen ja wohl kaum veröffentlichen. George Orwell hat in seinem Roman "1984" voll ins Schwarze (oder sollte man sagen, ins Rote?) getroffen, er hat sich nur im Jahr verschätzt: Manches dauert eben länger, bis es ausgereift ist. - Inzwischen versucht der Interviewte zurückzurudern: "Keine Silbe ist von mir autorisiert." Gleichzeitig hat die SPD allerdings nun zugestimmt, dass der Staat das Recht erhält, das Surfverhalten bei Zugriffen auf Webseiten des Bundes verdachtslos für die Dauer von drei Monaten aufzuzeichnen. 2009 ist 1984.
28.05.09
Es piepst im TelefonKürzlich stellte ich fest, dass während eines Gesprächs mit meinem Gigaset-Telefon je nach Aufenthaltsort im Haus etwa alle drei Sekunden ein störender Ton auftrat. Erst verdächtigte ich meine Gesprächspartner, dass es wohl bei ihnen piepst. Die beteuerten aber, von anderen Gesprächspartnern keine solchen Beschwerden zu hören. Ich ging also mit einem Messempfänger durchs ganze Haus, um Störungen um 1880 MHz (dem DECT-Frequenzbereich) ausfindig zu machen, die alle drei Sekunden auftraten: Nichts dergleichen. Auch die zunächst verdächtigte neue Solaranlage erwies sich als unschuldig.
Nach einer längeren Phase der Ratlosigkeit war die Ursache gefunden: Kurze Stromausfälle während des Gewitters hatten den zur Reichweiten-Erhöhung verwendeten Gigaset-Repeater umprogrammiert, so dass er einen Kontrollton aussendete. Dieser Ton wird ein- oder ausgeschaltet, indem man den Repater zweimal nacheinander vom Netz trennt und dann wieder jeweils für drei Sekunden einschaltet - genau diese Sequenz hatten die kurzen Stromausfälle offenbar produziert. Und alles nur, weil der Hersteller mit trickreichen Ein-/Aus-Sequenzen versucht, ein paar Cent für einen richtigen Schalter einzusparen.
Manch einer, der vor der US-Präsidentenwahl davon überzeugt war, unter Barack Obama ("Yes we can") würde aus den USA wieder ein Rechtsstaat werden, reibt sich verwundert die Augen: Obama führt die Militärtribunale in Guantanamo wieder ein und weigert sich auch, CIA-Mitarbeiter, die dort gefoltert haben, vor ein Gericht zu stellen. Ferner soll Guantanamo nun frühestens 2010 geschlossen werden. Es handle sich um eine "alarmierende Entwicklung", erklärte das Zentrum für Verfassungsrechte in Washington: Obama habe vor seiner Wahl die Hoffnung geweckt, die "gefährlichen Experimente" seines Vorgängers George W. Bush zu stoppen. Auch Amnesty International wirft Obama vor, seine Versprechen gebrochen zu haben.
Für die kommende Bundestagswahl können wir uns schon mal merken: Glaube niemals den Wahlversprechen der Kandidaten. Aber das wissen wir ja schon seit der letzten Mehrwertsteuer-Erhöhung...
So wie der "Krieg gegen den Terror" in den USA als Rechtfertigung für Folter, menschenunwürdige Einreise-Kontrollen und Überwachung von Telefongesprächen herhalten musste, so dient nun nach den aktuellen Plänen maßgeblicher Politiker in Deutschland der Kampf gegen Kinderpornographie als Begründung für den Einstieg in eine so noch nie dagewesene Internet-Zensur und Überwachung fernab jeder demokratischen Kontrolle.
Denn wenn die geplanten vom BKA fernsteuerbaren Sperrlisten und fernabfragbaren Logs bei den Internet-Providern erst einmal vorhanden sind, ist es ein Leichtes, sie auch gegen die Verbreitung unliebsamer Meinungen und Informationen einzusetzen. Dabei ist es für einen halbwegs Versierten ein Kinderspiel, die Zensur zu umgehen, nämlich schlicht durch Eintragen eines alternativen DNS-Servers in die TCP/IP-Konfiguration des Betriebssystems. Wenn sich dagegen der ahnungslose Normalbürger mal bei einer Web-Adresse vertippt oder über einen harmlosen Suchbegriff zu einer gesperrten Adresse gelangt, läuft er Gefahr, als vermeintlicher Kinderschänder oder Terrorist in die Mühlen der Justiz zu geraten. Es wäre viel sinnvoller, das Übel an der Wurzel zu bekämpfen und die Abschaltung entsprechender Seiten auf dem Server zu veranlassen; die rechtlichen Grundlagen dafür gibt es längst.
Der sächsische Rechnungshof hat den MDR dafür kritisiert, dass er offenbar Millionen Euro bei der riskanten Anlage stiller Rücklagen verzockt habe. Man fragt sich natürlich, wie es möglich ist, dass öffentliche Rundfunkanstalten riesige Rücklagen bilden, wo sie doch bei jeder Gelegenheit auf ihren dringenden Finanzbedarf hinweisen und nicht einmal davor zurückschrecken, für PCs Rundfunkgebühren zu verlangen, selbst wenn diese gar nicht zum Empfang genutzt werden. Rücklagen entstehen durch Einnahme-Überschüsse, auch dann, wenn sie langfristigen Zielen wie Mitarbeiter-Pensionen dienen. - Selbstverständlich hört man über dieses Thema von den öffentlich-rechtlichen Rundfunksendern trotz ihres gesetzlichen Informationsauftrages kein Sterbenswörtchen.
Angesichts
der Heizölpreise im letzten Sommer (die inzwischen allerdings wieder auf etwa
die Hälfte gesunken sind!) habe ich mich entschlossen, 12 m² Solar-Kollektoren
zur Brauchwasser-Erwärmung und Heizungs-Unterstützung zu installieren. Ein 800
Liter Wasser fassender Schichtspeicher sorgt dafür, dass bei nicht allzu
kühlen Außentemperaturen von Frühjahr bis Herbst gewöhnlich kein Nachheizen
nötig ist.
Die nebenstehende Grafik zeigt den Temperaturverlauf ohne Nachheizung an einem halbwegs sonnigen Tag Anfang April an den auf der Südost-Seite bei 45° Dachneigung angebrachten Flachkollektoren sowie im oberen Teil des Speichers, wo die Heizwärme sowie über einen Wärmetauscher das Warmwasser entnommen wird, und unten, wo die Solarwärme eingespeist wird. Selbst bei nicht ganz klarem Himmel erreicht die Kollektor-Temperatur rasch 50° und mehr.
Der Rücktritt von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn ist, soweit ich mich erinnere, der erste, der aus dem Ausspähen der E-Mails von Mitarbeitern resultiert. In zahlreichen Unternehmen wird das Thema eher locker gehandhabt, viele glauben sogar, dass das Mitlesen von Mitarbeiter-Mails, die über den Firmen-Server laufen, legal sei. Nicht ohne Grund erlauben es einige Mail-Server, von allen ein- und ausgehenden Mails eine Blindkopie an den Chef zu senden, ohne dass das sonst jemand bemerkt; viele Software-Hersteller haben keine Skrupel, diese Funktion einzubauen. Aus Angst um ihren Arbeitsplatz trauen sich Administratoren oft nicht, zu entsprechenden Begehrlichkeiten Nein zu sagen. Datenschutz und Fernmeldegeheimnis gelten aber uneingeschränkt auch in Unternehmen und Behörden. Ein Mail-Monitoring ist nur in ganz wenigen begründeten Ausnahmefällen nach Absprache mit Betriebsrat und Datenschutz-Beauftragtem für einzelne Mitarbeiter zeitlich begrenzt zulässig.
2500 Euro fürs Verschrotten eines Autos, um ein neues, möglicherweise ein wenig umweltschonenderes zu kaufen? Diese Idee ist schrottreif. Sicher, viele nutzen die Chance, um ein altes oder auch zu klein gewordenes Auto mit Hilfe von Steuermitteln durch ein neues zu ersetzen. Mindestens bei zwei Dritteln der Neuanschaffungen handelt es sich dabei übrigens um Modelle ausländischer Hersteller, denen somit mit unseren Steuern unter die Arme gegriffen wird. Aber was geschieht nach dem Auslaufen der Prämie? Ein nie dagewesener Einbruch der Branche nach einem kurzen Strohfeuer wird die logische Folge sein. Die Schrotthändler klagen jetzt schon ebenso wie die Gebrauchtwagen-Händler unter einem katastrophalen Preisverfall. Politiker haben eben leider keine Ahnung davon, wie Wirtschaft funktioniert. Sie sollten wirklich die Finger davon lassen.
15.03.09
Killerspiele oder Ballerspiele?Die Einstellung zu Computerspielen wie Counterstrike oder World of Warcraft lässt sich bereits an der Wortwahl ablesen.
Ballerspiele? Das Wort kommt von Ball, wie Fussball oder Tennisball. Killerspiele? To kill = töten. Warum sollte man sie nicht beim wirklichen Namen nennen?
Umfragen des Allensbach-Instituts im Auftrag der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ergaben, dass 65 % der Deutschen glauben, ihre Sprache würde immer mehr verkommen. 80 % meinen sogar, dass man nach der Rechtschreibreform oft überhaupt nicht mehr weiß, wie ein Wort richtig geschrieben wird. Nur 55 % sind in der Lage, das Wort "Lebensstandard" richtig zu schreiben; bei "Satellit" sind es nur 43 % und bei "Rhythmus" sogar ganze 31 %. Wenn man die Schreibkenntnis an ein paar wenigen Worten wie diesen festmacht, stellt man allerdings fest, dass sie in den letzten Jahrzehnten nicht schlechter geworden ist. Es sieht vielmehr so aus, als würden sich dank Internet (E-Mails, Web, Foren) einfach immer mehr Leute mit eher mangelhaften Rechtschreib-Kenntnissen öffentlich artikulieren und damit den gefühlten Gesamteindruck verhageln.
Kürzlich habe ich die Beta-Version 4 des Safari-Browsers von Apple ausprobiert, nachdem mehrere Publikationen von einer schier unglaublichen Geschwindigkeit berichteten. Tatsächlich fühlt sich Safari 4 recht flott an. Allerdings fiel mir auf, dass besuchte Webseiten als PNG-Grafikdateien in einem schnell wachsenden Preview-Verzeichnis unterhalb %AppData% gespeichert werden und außerdem die Festplatte praktisch ununterbrochen arbeitet, solange der Browser läuft, auch wenn man keine neuen Seiten aufruft, so dass andere Anwendungen spürbar ausgebremst werden. Das ist mir denn doch zu suspekt, und so flog er wieder von der Platte - ich bleibe lieber bei Opera, der deutlich schneller als Firefox geladen ist und in den ich sicherheitstechnisch ein höheres Vertrauen als in den Internet Explorer habe.
19.02.09
PC als RundfunkgerätGroße Rechtsunsicherheit herrscht derzeit bei der Frage, ob für PCs generell Rundfunkgebühren gezahlt werden müssen oder nicht: Die GEZ und die von ihr vertretenen Rundfunkanstalten sagen natürlich Ja, die Verwaltungsgerichte überwiegend Nein. Wer nicht klagt und zumindest einen PC bei der GEZ anmeldet, um keine Ordnungswidrigkeit zu begehen, hat später keine Chance mehr auf Erstattung. Die erstinstanzlichen Gerichtskosten für eine Klage sind aber gering, da sie sich nach dem Streitwert bemessen; die Hinzuziehung eines Rechtsanwalts ist nicht erforderlich.
Im März 2009 findet nun erstmals eine Berufungsverhandlung zu dieser Problematik vor dem Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz statt. Der Rechtsanwalt, der dagegen klagte, für den beruflich genutzten PC Radiogebühren zahlen zu müssen, war im Juli 2008 vor dem Verwaltungsgericht Koblenz erfolgreich. Auch vor anderen Oberverwaltungsrichten (in Bayern heißt es Verwaltungsgerichtshof) sind Berufungsverfahren bereits anhängig. Auch hier sind wohl unterschiedliche Rechtsauffassungen möglich und absehbar.
In manchen Internet-Foren schreiben oftmals Leute, die als Platzhirsche zu jedem erdenklichen Thema ihren Senf dazu geben müssen, auch wenn sie ganz offensichtlich keine Ahnung davon haben, und unvoreingenommene Leser nehmen das dann mangels qualifizierterer Alternative als bare Münze. Nicht wenige Schreiber haben erhebliche Rechtschreib-Probleme und wissen nicht, wann man "das" oder "dass" schreibt, von nicht vorhandenen oder nach dem Zufallsprinzip verwendeten Kommas ganz abgesehen. Bei unverständlich vielen scheinen beide Großschreibe-Tasten defekt zu sein, so dass sie auch Substantive und Satzanfänge konsequent klein schreiben und das Lesen damit zur Qual machen. Nicht selten werden auch andere Autoren verbal niedergemetzelt, wenn sie Sachverhalte im Forum korrekt wiedergeben und damit dem Halbwissen der Platzhirsche widersprechen. Ohne den Deckmantel der vermeintlichen Anonymität, die im Internet ohnehin nur eine Illusion ist, würde in Foren einiges anders formuliert. Es bleibt zu hoffen, dass möglichst wenige Leser das dort Verzapfte als Maßstab korrekter Rechtschreibung, eines höflichen Umgangs miteinander oder gar als aktuellen Stand der Wissenschaft verinnerlichen.
07.02.09
Amateurfunk im Internet-ZeitalterManchmal werde ich von Besuchern, die meine Amateurfunk-Antenne im Garten sehen, gefragt, welche Rolle der Amateurfunk angesichts der heutigen anderweitigen Kommunikations-Möglichkeiten noch spielt: Mobiltelefon, VoIP, Skype oder E-Mail sind heute eine Selbstverständlichkeit. Aber Amateurfunk ist etwas ganz anderes.
Stellen Sie sich vor, Sie wählen am Telefon nicht etwa eine bestimmte Nummer, sondern sagen einfach: Ist da draußen irgend jemand? Und es meldet sich jemand aus Frankfurt, Beirut, Casablanca, Hongkong, Kyoto, Moskau, Teharan, Tel Aviv, Toronto oder sonstwo. Sie haben diese Person womöglich niemals vorher kennengelernt und unterhalten sich mit ihr trotzdem ganz ungezwungen über das lokale Wetter, regionale Ereignisse, über Sonnenflecken oder sonstige Themen - einfach so. Natürlich sind gewisse Sprachkenntnisse dafür vorteilhaft, vor allem in Englisch, weil das weltweit am häufigsten gelernt wird. Und natürlich sind technische Kenntnisse erforderlich, nicht nur um die Amateurfunk-Prüfung bei der Bundesnetzagentur zu bestehen, sondern auch für den Aufbau einer effizienten Antenne, ihre richtige Anpassung an die Zuleitung und für viele andere Dinge rund um die Funkanlage. Manche bauen sogar ihre Geräte komplett selbst, aber das ist eher die Ausnahme.
Wie auch immer: Amateurfunk hat auch im Internet-Zeitalter seine Daseinsberechtigung. Kein anderer Kommunikations-Dienst trägt so viel zum gegenseitigen Verständnis unterschiedlichster Kulturen bei und funktioniert ganz nebenbei auch noch dann, wenn öffentliche Netze ausgefallen sind: So kostet es per Funk nur wenige Minuten, um herauszufinden, dass nicht nur mein eigener DSL-Anschluss tot ist, sondern ein größerer Umkreis davon betroffen ist.
03.02.09
Umweltgesetzbuch: Ausufernde BürokratieMan kann froh sein, dass der Referentenentwurf für das Umweltgesetzbuch (UGB 2009) am Widerstand vor allem der CSU scheiterte. Er hätte ein weiteres Ausufern der Bürokratie zur Folge. Kleines Beispiel gefällig? Auszug aus dem Entwurf UGB IV, § 4, (1): "Wer eine Funkanlage mit einer äquivalenten isotropen Strahlungsleistung (EIRP) von 10 Watt und mehr ... privat, gewerblich oder im Rahmen wirtschaftlicher Unternehmungen betreiben ... will, hat dies der zuständigen Behörde mindestens vier Wochen vorher anzuzeigen."
Das gilt beispielsweise auch für Rundfunk- und Fernseh-Übertragungswagen: Man müsste dann jeweils vier Wochen vorher schon wissen, wo berichtenswerte Ereignisse stattfinden. Für jene, die das kaum glauben mögen, heißt es in der UGB-Begründung ganz explizit: "Mit erfasst werden sollen auch die Funkanlagen, die zwar nicht dauerhaft an einem Ort errichtet und betrieben werden, die jedoch während ihres bestimmungsgemäßen Betriebes keine Ortsveränderung erfahren, z.B. Rundfunk-Übertragungswagen." Auch wenn sich ein paar Funkamateure bei gutem Wetter irgendwo im Gelände fernab der Zivilisation treffen wollen, um dort mit 50 oder 100 Watt zu senden, müssten sie das vier Wochen vorher der Behörde melden, selbst dann, wenn dieser "Fieldday" letztlich wegen strömenden Regens ausfällt. Das ist einfach absurd.
Wer als Nachbar gegen Kinderlärm klagt, hat vor Gericht schlechte Karten: Fast alle Urteile gestanden Kindern das Recht zu, sich auszutoben. Wir alle waren mal Kinder und wissen, dass das nicht ganz geräuschlos geht. Die CSU will jetzt Klagen gegen Kinderlärm sogar gänzlich verbieten. Diese Absicht dürfte jenen den Rücken stärken, die große Spiel- und Bolzplätze mitten in bisher ruhigen Wohngebieten bauen wollen oder ihre Kinder auch noch weit nach 20 Uhr uneingeschränkt lärmen lassen, um so den oft berufstätigen Nachbarn einen erholsamen Abend auf der Terasse oder dem Balkon zu vermiesen. Ein wenig gegenseitige Rücksichtnahme und Verständnis auf beiden Seiten wäre wünschenswerter als ein hier und da nun mal vorhandenes Problem einfach per Dekret zu ignorieren.
Bisher
war das Google-Suchprinzip, dass alle im Suchfeld eingegebenen Worte im
Text jeder Ergebnis-Seite, in deren Titel oder wenigstens in Verweisen auf sie
enthalten sein müssen (sog. Und-Verknüpfung). In letzter Zeit fällt mir auf,
dass das immer mehr verwässert wird. Oft erhält man jetzt als Suchergebnis
Seiten, in denen z.B. nur zwei der drei eingegebenen Worte vorkommen.
Beispielsweise führt die Suche nach "Vmware CAPI Fehlercode" u.a. zu Seiten,
auf denen das erstgenannte Wort "Vmware" überhaupt nicht vorkommt, nicht
einmal im Quelltext, und offenbar auch nicht in Links auf sie. So erhält man
teilweise etwas ganz anderes als das, wonach man gerade sucht. Abhilfe:
Man stellt ein Pluszeichen vor das Wort, das vorkommen muss, also z.B.
+Vmware. Früher war diese Syntax nur bei Suchmaschinen nötig, die die Worte
standardmäßig Oder-verknüpften, und bei Google nur bei sog. Stop-Worten wie
"das" oder "ist", die sehr häufig vorkommen.
Update 19.10.11: Das Pluszeichen vor Suchbegriffen wird von Google jetzt nicht mehr unterstützt, man muss Suchbegriffe statt dessen in Anführungszeichen setzen.
Hierzulande käme wohl kaum jemand auf die Idee, das Wort Holocaust in einen anderen Zusammenhang zu stellen als zum Hitler-Regime, und selbst in Israel war das bisher eher unüblich. Umso überraschender sind die Worte des stellvertretenden israelischen Verteidigungs-Ministers Vilnai im Armee-Rundfunk: "The more Qassam fire intensifies and the rockets reach a longer range, they (the Palestinians) will bring upon themselves a bigger holocaust because we will use all our might to defend ourselves." (Je mehr Kassam-Raketen abgefeuert werden und je weiter diese reichen, desto größer wird der Holocaust für die Palästinenser sein, weil wir alle unsere Macht verwenden werden, um uns zu verteidigen.)
Dabei findet der Krieg im Gaza-Streifen zwischen sehr ungleichen Gegnern statt: Der eine hochgerüstet bis an die Zähne, beim anderen fehlt es an der elementarsten Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln, von einem menschenwürdigen Leben kann in Gaza kaum noch die Rede sein. Kanzlerin Merkel sagte dem israelischen Ministerpräsidenten Olmert derweil am Telefon, dass sie die alleinige Schuld für die Eskalation bei der Hamas sehe. Das wird Olmert als willkommene Bestätigung für den Luft- und Bodenangriff sehen, bei dem selbst UN-Schulen nicht verschont werden.