BLOGBlog 2008

18.12.08 PC-Gebühren: Klage erfolgreich

Seit 1. Januar 2007 sind nach Lesart der Rundfunkanstalten und der GEZ Internet-PCs rundfunkgebührenpflichtig. Ich hatte dagegen beim Verwaltungsgericht München für meinen Betrieb geklagt - mit Erfolg: Nach mündlicher Verhandlung am 17.12.08 wurde der Klage gegen den Bayerischen Rundfunk stattgegeben, ebenso vier weiteren ähnlichen. Es ist allerdings zu befürchten, dass der BR Gebührengelder für eine angesichts zahlreicher ähnlicher Urteile inzwischen wohl fast aussichtslose Berufung verschwendet.

Nachtrag 24.02.09: Erwartungsgemäß hat der BR inzwischen Berufung eingelegt.

08.12.08 Fernsehsender pochen auf alte Pfründe

Auf dem flachen Land fernab größerer Ortschaften ist absehbar weder mit DSL noch mit UMTS zu rechnen - es lohnt sich für die Betreiber einfach nicht. Eine Lösung für eine preiswerte Internet-Versorgung wäre die Nutzung von UHF-Frequenzen um 800 MHz, die früher dem analogen Fernsehen dienten und seit der Umstellung auf DVB-T nun brachliegen. Sie sind gegenüber Wimax und ähnlichen Lösungen, die im GHz-Bereich arbeiten, wegen ihrer größeren Reichweite wesentlich besser geeignet.

Aber leider wollen die Rundfunkanstalten die Frequenzen nicht ohne weiteres hergeben und argumentieren, sie selbst könnten sie in Zukunft ja für neue Programme benötigen. Als ob wir nicht schon genug TV-Programme hätten! ARD, ZDF, mehrere dritte Programme, Arte, 3Sat, BR-Alpha, Eins-Plus, ZDF-info, Theaterkanal, Eins-Extra, ZDF-doku, Phoenix, KiKa und dazu zahlreiche private Programme finden dank bandbreiten-sparender Digitaltechnik auf einigen wenigen DVB-T-Kanälen Platz. Noch mehr Programme sind dem Gebührenzahler ohnehin kaum noch als "Grundversorgung" vermittelbar. Es wird Zeit, dass auch bei der Frequenzplanung endlich wirkliche Bedürfnisse mehr beachtet werden, statt alte Pfründe zu bewahren.

03.12.08 Bar auf die Hand

Immerhin eine Hälfte der Bundesregierung denkt allen Ernstes darüber nach, die Wirtschaft hierzulande anzukurbeln, indem man den Steuerzahlern ein paar hundert Euro als Gutschein - sozusagen bar auf die Hand - von dem zurückgibt, was sie vorher einbezahlt haben oder für das sie später Schuldzinsen zahlen müssen. Was bekommt man für drei, vier Hunderter? Eine Digitalkamera, einen DVD-Player, einen Sat-Receiver, einen PC... lauter Sachen, die irgendwo in Asien hergestellt werden und bei denen an deutschen Händlern nur ein Bruchteil hängen bleibt. Wäre eine dauerhafte Steuersenkung, z.B. in Form eines höheren Grundfreibetrages, bezahlt durch echte Sparmaßnahmen (Vorschläge dafür gibt es kostenlos beim Bundesrechnungshof), nicht ehrlicher und wirksamer?

EEE-PC 1000H21.11.08 Erfahrungen mit dem EEE-PC 1000H

Nachdem sich bei meinem vorherigen, in die Jahre gekommenen Laptop erste Ausfallerscheinungen zeigten, habe ich mir für nicht mal 400 Euro einen EEE-PC 1000H von Asus zugelegt: Heller 10-Zoll-Bildschirm 1024 x 600, Webcam, Bluetooth und WLAN (draft-n) schon drin, Festplatte mit 160 GB, Arbeitsspeicher 1 GB, rund 5 Stunden Akku-Laufzeit, eine für 10-Finger-Schreiber brauchbare Tastatur, Windows-XP mit Star-Office.

Das Touchpad war mir am Anfang allerdings etwas zu unempfindlich; das Reduzieren der Abtastrate in den Hardware-Einstellungen von 100 auf 40 pro Sekunde half. Beim WLAN-Treiber ließ sich gegenüber dem Lieferzustand (CAM = continuous access mode) durch Umstellen auf "Max. Power Saving" noch etwas Strom sparen, ebenso durch das Deaktiveren von Bluetooth und Webcam, solange man diese nicht braucht. Der Autostart des über 20 MB großen Realtek High-Definition Audio Drivers (RTHDCPL), der jeweils auch das Temp-Verzeichnis mit zahllosen Bin-Dateien verschmutzt, ist überflüssig, die Audio-Wiedergabe funktioniert trotzdem und das Booten wird so noch flotter.

Verglichen mit meinem allerersten Computer, einem KIM-1 von MOS Technology (1975), bekommt man heute etwa fürs gleiche Geld rund 1 Million mal soviel Arbeitsspeicher, eine etwa tausendmal schnellere CPU, einen TFT-Bildschirm statt einer Hexadezimal-Anzeige, ein Touchpad und ein vollwertiges Keyboard statt der Hex-Tastatur, eine geradezu riesige interne Festplatte statt dem externen Kassettenrecorder - und natürlich einen Internet-Zugang, die wohl größte Revolution in den 33 Jahren seit damals.

03.11.08 PDF-Reader: Klein und flink

Bis vor kurzem hatte ich noch den PDF-Reader von Foxit-Software benutzt; dessen (entpackte) Dateigröße überschreitet allerdings inzwischen auch schon 6 MB. Das ist im Vergleich zum Acrobat-Reader immer noch lächerlich wenig, aber es geht noch kompakter: Der PDF-Reader Sumatra bringt gerade mal 1,2 MB auf die Waage und ist noch ein Stück schneller als die Alternative von Foxit. Sicher ist keine Javascript-Engine enthalten, allerdings habe ich deutliche Zweifel an der Notwendigkeit der Script-Ausführung in PDF-Dateien, die sich immer wieder als Einfallstor für Sicherheitsprobleme entpuppt hat. Ein paar Bugs müssen in der jetzigen Beta-Version wohl noch behoben werden.

Nachtrag 05.12.08: Nachdem SumatraPDF (Beta 0.9.3) doch bei einigen PDF-Dateien abstürzte und im Forum des Entwicklers als Ursache eine Code-Bibliothek genannt wurde, die nicht von ihm selbst stammt, bin ich erst mal wieder zum Foxit-Reader zurückgekehrt.

22.10.08 Deutsche Nationalbibliothek als Web-Archiv

Seiten, die man im Web publiziert, sind üblicherweise öffentlich zugänglich. Der Deutschen Bundesregierung reicht das allerdings nicht: Man will die Verfasser zwingen, sie per FTP auch zur Deutschen Nationalbibliothek zu übertragen. Die Bibliothek werde damit in die Lage versetzt, einen "zeitgemäßen Beitrag zur Wahrung des digitalen Kulturerbes zu leisten".

In einer FAQ wird vorläufig noch auf ein Ordnungsgeld für Widerwillige verzichtet, bis die Modalitäten im Detail festgelegt sind. - Ehrlich gesagt, etwas Verrückteres habe ich seit Jahren nicht gehört. Oder soll so die ultimative Lösung des Arbeitslosen-Problems aussehen?

28.09.08 Uralte Firefox-Bugs

Das Bessere setzt sich durch, sagt man. Ist das der Grund, warum der Firefox-Browser gegenüber dem Internet Explorer der ewig Zweite bleibt? Wohl kaum, denn dann müssten eher Opera oder Safari ganz oben auf dem  Siegertreppchen stehen. Jedenfalls hat Firefox seit Jahren ein paar so elementare Bugs, dass man sich fragt, warum sie bisher nicht behoben wurden. Einer davon ist: Ein Textbereich, dem man eine bestimmte Zeilenzahl vorgibt (<textarea rows=...>), hat bei Firefox - und eben nur bei Firefox! - immer eine Zeile mehr als vorgegeben. Ein anderer Effekt ist, dass als Zeilentrennung in einem solchen Textfeld ein Javascript-Programm bei Firefox immer nur "\n" (LF) sieht, obwohl einem CGI-Script wie vorgeschrieben CR+LF ("\r\n") übergeben wird. Und Firefox versteht bis zum heutigen Tag kein innerText als Objekteigenschaft, sondern nur innerHTML. Wer Web-Anwendungen so erstellen will, dass sie auf allen üblichen Browsern laufen, muss die einzelnen Funktionen deshalb wirklich mit allen ausprobieren. Und noch etwas anderes wird damit klar: Open Source ist keinesfalls die Gewähr für bessere Software.

22.09.08 Rudolf Steiner und die Arier

Einigen Eltern sind die staatlichen Schulen nicht gut genug, manche davon lassen ihre Kinder auf eine Waldorf-Schule gehen. Zur esoterischen Anthroposophie-Lehre von Rudolf Steiner, der diese private "Schule ohne Noten" 1919 eingeführt hat, gehören neben kosmischer Evolution, Astralleib und Reinkarnation auch so haarsträubende Dinge wie "Wurzelrassen". Steiner hatte diese von Helena Petrovna Blavatskys übernommen und schrieb dazu in seiner Akasha-Chronik: "So leben immer Bevölkerungen auf der Erde nebeneinander, die verschiedene Stufen der Entwicklung zeigen." Erst die in Atlantis entstandenen Arier hätten die vollständige Ausprägung der Intelligenz; 1923 sagte er: "Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse." Und über die Juden schrieb er: “Das Judentum als solches hat sich aber längst ausgelebt, hat keine Berechtigung innerhalb des modernen Völkerlebens, und dass es sich dennoch erhalten hat, ist ein Fehler der Weltgeschichte, dessen Folgen nicht ausbleiben konnten.” Man kann nur hoffen, dass an den Waldorf-Schülern möglichst wenig von der Lehre Rudolf Steiners kleben bleibt.

21.09.08 Besseres Bild mit HDMI

Viele Fernsehprogramme wie ARD, ZDF und die Dritten werden heute bereits weitgehend im 16:9-Breitbildformat gesendet, wenn auch meist "nur" in herkömmlicher PAL-Auflösung. Wer einen Digital-Empfänger (Satellit oder Kabel) und ein halbwegs modernes Fernsehgerät verwendet, wird über die Qualitätsverbesserung staunen, wenn die Verbindung zwischen beiden Geräten nicht mehr über ein analoges SCART-Kabel erfolgt, sondern digital über ein HDMI-Kabel, und zwar auch bei der vergleichsweise geringen PAL-Auflösung - die sieht damit fast schon wie HD aus. Um einen Unterschied zu echten HD-Sendungen etwa von Astra-HD, Anixe-HD oder Arte-HD zu bemerken, muss man schon genau hinsehen.

Keine Sonnenflecken21.08.08 Langes Sonnenflecken-Minimum

Je mehr Flecken es auf der Sonne gibt, desto besser funktioniert die Funkwellen-Ausbreitung auf Kurzwelle. Im Moment erleben wir gerade ein unerwartet langes und tiefes Sonnenflecken-Minimum. Allerdings ist der genaue Wirkungsmechanismus des etwa 11jährigen Zyklus bisher nicht wirklich erforscht. Selbst anerkannte Wissenschaftler wie David Hathaway (NASA) oder die Agentur für Weltraum-Wetter in Australien mussten ihre früheren Vorhersagen, dass der neue Zyklus 24 nun beginne, immer wieder nach hinten korrigieren.

Tatsächlich zeigt der Verlauf des Magnetfeldes der Sonne eine ungewöhnliche Schwächephase in den letzten sechs Jahren und ist womöglich eine der Ursachen, dass die magnetischen Dipole des neuen Zyklus sich nicht recht zu Flecken entwickeln wollen. Pessimisten befürchten bereits, dass wir vor einer lang anhaltenden Periode sehr geringer Aktivität wie im Maunder-Minimum (1645-1715) stehen könnten, das auf der Erde auch ein ungewöhnlich kaltes Klima verursacht hat (sog. kleine Eiszeit). Denjenigen, die eine vom Menschen verursachte globale Erwärmung immer schon bezweifelt haben, kommt die mit einem langen Minimum vielleicht verbundene Verlangsamung des Temperaturanstiegs auf der Erde als Gegenbeweis gerade recht.

17.08.08 Astronomie mit Glühbirne, Apfel und Kirsche

Angesichts der gestrigen partiellen Mondfinsternis verblüfft es mich immer wieder, wie wenige meiner Bekannten wissen, dass eine Sonnenfinsternis nur bei Neumond und eine Mondfinsternis nur bei Vollmond auftreten kann. Man braucht nicht mehr als eine Glühbirne als Sonne, einen Apfel als Erde und eine Kirsche als Mond, um diesen Zusammenhang zu verstehen. Dabei frage ich mich allerdings auch, was für unglaublich wichtige Dinge man eigentlich in der Schule lernt. Ist Cäsars Geburtsdatum wichtiger als elementare Himmels-Mechanik? Wer das meint, bereitet den Boden für esoterische Weltbilder und verstellt den Blick auf naturwissenschaftliches Basis-Wissen.

02.08.08 Laptop-Daten werden bei US-Einreise ausgewertet

Das US-Heimatschutzministerium hat gegenüber der Washington Post offiziell bestätigt, was viele Reisende zuvor berichtet hatten: Auch ohne begründeten Verdacht werden Laptops vorübergehend einbehalten, teilweise sogar für mehrere Wochen. Dabei werden je nach Bedarf auch Daten kopiert und an andere Behörden oder an Privatunternehmen zur Entschlüsselung oder für nicht näher definierte andere Zwecke weitergegeben. Das Heimatschutz-Ministerium bezeichnet dieses Vorgehen als vertretbar und zur Terrorismus-Bekämpfung erforderlich.

Bundestag29.07.08 Bundestag wirft Petition in den Papierkorb

Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags hat die von immerhin 12560 Personen unterzeichnete Petition gegen eine übermäßige und sinnlose Vorratsdatenspeicherung nach kurzer Beratung abgelehnt und mit demselben Federstrich gleich auch weitere ähnliche Petitionen. Auf die Problematik, dass Kriminelle und Terroristen ihre Mails vermutlich verschlüsseln und über ausländische Anonymisierungs-Dienste leiten, auf die deutsche Behörden keinen Zugriff haben, ging man sicherheitshalber erst gar nicht ein. Statt dessen heißt es lapidar: "Der Petitionsausschuss hält die Vorratsdatenspeicherung für einen wichtigen Beitrag zur Gewährleistung einer wirksamen Strafverfolgung." FDP und Grüne hatten erfolglos beantragt, die Petition den Fraktionen und der Bundesregierung vorzulegen.

16.07.08 PC-Gebühr: Klage gegen NDR erfolgreich

Ein Gewerbetreibender, der zu Hause Software entwickelt und Webseiten erstellt, hatte gegen den NDR geklagt, weil er nicht einsah, für den dabei benutzten PC zusätzliche Rundfunkgebühren bezahlen zu müssen, und erhielt beim Verwaltungsgericht Braunschweig gestern Recht (Az: 4 A 149/07 vom 15.07.2008). Im Urteil heißt es unter anderem, dass der Rundfunkgebühren-Staatsvertrag in § 5 Abs. 3 bei der Zweitgeräte-Befreiung so genannter neuartiger Rundfunkgeräte nicht zwischen privaten und gewerblichen Empfangsgeräten unterscheidet.

Für das Gericht ist auch fraglich, ob es den Rundfunkanstalten überlassen werden dürfe, den Begriff "neuartiges Rundfunkgerät" zu definieren oder festzulegen, wer im gewerblichen Bereich gebührenpflichtig wird, da dort im Gegensatz zu Privatpersonen gewöhnlich keine Wahlfreiheit hinsichtlich der Verwendung eines PC besteht. Der NDR kann innerhalb eines Monats Berufung einlegen, das Urteil ist deshalb noch nicht rechtskräftig.

Nachtrag: Auf meiner Rundfunkgebühren-Seite ganz unten gibt es inzwischen weitere Urteile.

12.07.08 Digitale Dividende: 50 MHz

Nachdem die analogen Fernsehsender in Deutschland vom Band 1 verschwunden sind, haben die Funkamateure auf 50 MHz mehr Bewegungsfreiheit. Zwar ist die effektive Strahlungsleistung auf 25 Watt beschränkt, weil in vielen Hausverteileranlagen Satellitensignale noch auf Kanal 2 umgesetzt werden, in dessen Bandbreite diese Frequenz liegt; aber auch mit dieser geringen Leistung kann man bei Vorhandensein ionisierter Wolken als Reflektor (Sporadic-E) an vielen Sommertagen mit ganz Europa in Kontakt treten, von den Orkney-Inseln bis Malta, von Portugal bis in die Türkei. Das ist eine willkommene Entschädigung für das unerwartet lange, nun schon viele Monate vorherrschende Sonnenflecken-Minimum, das den Funkverkehr auf Kurzwelle über größere Entfernungen sehr schwierig macht.

27.06.08 Public Viewing: Leichen-Aufbahrung

Was Englisch klingt, ist nicht immer richtiges Englisch. Das mussten schon viele feststellen, die in angelsächsischen Ländern vom "Handy" sprachen und nur Achselzucken ernteten - dort heißt das Ding "cellphone" oder "mobile phone". Vollends grotesk wird es bei dem während der Fussball-Europameisterschaft oft benutzten "Public Viewing": Das bedeutet nämlich das öffentliche Aufbahren einer Leiche, während eine Großleinwand-Übertragung auf Englisch "outdoor screening" heißt. Erstaunlich, wie viele Medien diesen Unsinn mitmachen.

EU13.06.08 Europa-Vertrag: Irland sagt No

Vor drei Jahren sagten die Niederländer Nee und die Franzosen Non zur europäischen Verfassung. Deshalb entstand in Lissabon ein neuer Vertragsentwurf, der durchaus viele positive Dinge beinhaltete, etwa die Möglichkeit von echten Mehrheits-Entscheidungen im größer gewordenen Europa, aber eben auch unpopuläre Pläne, etwa zum Beitritt der Türkei. Nach der gestrigen Abstimmung in Irland - dem einzigen Land, wo man sich jetzt noch traute, die Bevölkerung dazu zu befragen, weil es im Vergleich mit anderen Staaten viel von Europa profitierte - wird am heutigen Freitag, dem 13., klar, dass auch der Plan B gescheitert ist. Man darf gespannt sein, was nun als Plan C folgt. Bestimmt wird daraus die Lehre gezogen, dass man bei wichtigen Entscheidungen auf keinen Fall die Bevölkerung fragen darf.

02.06.08 Die 9/11-Story gerät ins Wanken

Wesentliche Teile der Geschichte des 11. September 2001 müssen wohl umgeschrieben werden. Der ehemalige italienische Staatspräsident Francesco Cossiga sagte bereits vor einem halben Jahr im Corriere della Sera, dass "9/11" ein Inside-Job von CIA und Mossad war, um die westliche Welt zum Handeln gegen Afghanistan und Irak zu zwingen. Die europäischen Geheimdienste seien über die wahren Hintergründe längst im Bilde. Inzwischen schränken auch FBI und American Airlines schrittweise bestimmte Aspekte der Flugzeug-Entführungen ein; so habe es beispielsweise keine Telefonate von Bord des Fluges 77 gegeben. Nur den deutschen Medien scheint das Thema wohl zu heiß zu sein.

Cossiga wurde 1992 zum Rücktritt gezwungen, nachdem er damals die Existenz der von ihm selbst mit aufgebauten Geheimorganisation "Gladio" von NATO, CIA und des britischen MI6 öffentlich gemacht hatte, die schon während des Kalten Krieges Terror-Operationen unter falscher Flagge zum Erreichen politischer Ziele ausgeführt hatte.

10.05.08 DSL-Router: Vom Regen in die Traufe

Fritz!Box 2170Seit der Umstellung von DSL-6000 auf DSL-16000 hängte sich die hier benutzte Fritz!Box 2170 alle paar Wochen mal auf - besonders ärgerlich, wenn man gerade unterwegs ist und auf den heimischen Rechner zugreifen will. Deshalb hatte ich probeweise einen Speedport 300 der Telekom installiert. Aber: Das Update der dynamischen Adresse beim DynDNS-Dienst Selfhost klappt damit nicht, zudem ist die eigene DynDNS-Domain vom LAN aus nicht per NAT-Loopback erreichbar (statt dessen erscheint die Router-Konfiguration im Browser, Abhilfe: externer Proxy oder ein Eintrag in der lokalen hosts-Datei), das Router-Log berücksichtigt bei der NTP-Zeitermittlung die Sommerzeit nicht, und am nächsten Tag funktionierte die Port-Weiterleitung plötzlich erst nach einem Reboot wieder. Es ist offenbar zuviel verlangt, für rund als 80 Euro einen vollständig funktionierenden DSL-Router zu erwarten.

Nachtrag 14.05.08: AVM hat eine neue Fritz!Box-Beta-Firmware geschickt, ihre Langzeit-Stabilität muss sie noch beweisen.
Nachtrag 21.05.08: Die Telekom hat nach 12 Tagen meine Anfrage beantwortet und die Speedport-Probleme weitgehend bestätigt.
Nachtrag 19.06.08: Die Fritz!Box hat sich nach 5 Wochen erneut aufgehängt, aber es gibt wieder eine neue Firmware von AVM.
Nachtrag 24.07.08: Trotz neuer Firmware hat sich die Box nach 5 Wochen erneut aufgehängt; ich boote sie nun monatlich manuell.

27.04.08 Störungen durch Plasma-Fernseher

Neben den PLC-Modems (Power-Line Communication), die auf Basis des dafür eigentlich ungeeigneten Stromnetzes eine Alternative zu drahtlosen Netzwerken (WLAN) sein sollten, stören leider auch Plasma-Fernsehgeräte den Rundfunk- und Funk-Empfang in einem Umkreis von einigen zehn Metern ganz erheblich. Mein Nachbar, der sich ein solches Gerät aufgrund von Werbeversprechen zugelegt hatte, die diesen Umstand selbstverständlich völlig unter den Tisch kehren, macht damit nicht nur den Mittelwellen-Empfang hier nahezu unbrauchbar, sondern störte auch den Amateurfunk beispielsweise im 80-m-Band alle 30 kHz mit einem Pegel von S9+10 dB, rund 60 dB über dem normalen Grundrauschen. Drei Windungen seines Antennenkabels um einen Ferrit-Ringkern reduzierten das dank seiner (keineswegs selbstverständlichen) Kooperationsbereitschaft immerhin auf S8 und eine Drossel im Netzkabel mit fünf Windungen um einen weiteren solchen Ferritkern (Kostenpunkt je 25 Cent) auf S7 - insgesamt um gut 20 dB, also auf weniger als ein Hunderstel. Trotzdem ist ein Empfang auf Mittelwelle im näheren Umkreis weiterhin praktisch unmöglich, und im 160-m-Band bleibt auf 1945 kHz ein Brummen und Knurren mit S9+15 dB. - Wer ist schuld? Sicher ist das Problem bei einem Plasma-Bildschirm mit seinen Millionen Entladungen pro Sekunde ein gutes Stück prinzipbedingt. Aber andererseits sparen die Hersteller an jedem Cent und kleben das CE-Kennzeichen kaltblütig auf ihre Produkte, ohne dass diese einen Störstrahlungs-Messplatz auch nur von weitem jemals gesehen hätten.

Nachtrag 13.07.08: Der Nachbar hat sein Plasma-Fernsehgerät beim Hersteller Panasonic nun kostenlos "entstören" lassen. Die Störungen sind auf 80 m damit auf etwa S5 zurückgegangen und auf 160 m auf S9, bleiben also nach wie vor gut hörbar, auch wenn die Grenzwerte jetzt wohl knapp eingehalten werden. Der Mittelwellen-Empfang innerhalb des Hauses ist weiterhin stark gestört.

11.04.08 Windows die Leviten gelesen

WindowsAnalysten des angesehenen Gartner-Instituts haben prophezeit, dass Windows eine immer geringere Rolle spielen werde, wenn Microsoft einfach so weitermache wie bisher. Vista sei das beste Beispiel - es laufe nur noch auf den allermodernsten PCs zufriedenstellend. Offenbar war Microsoft bei der Vista-Entwicklung zum Server-2003-/XP-Code zurückgekehrt, nachdem man nach fünf Jahren keine stabile neue Code-Basis zustande brachte; das Ergebnis sei ein aufgeblähtes System, das Altlasten aus zwei Jahrzehnten mitschleppe. Die Benutzer wollten dagegen ein schlankes Betriebssystem, das auch auf preiswerteren und kleinen PCs vernünftig läuft. Asus hat mit seinem Subnotebook EEE-PC die Konsequenzen gezogen und setzt dafür nicht Vista, sondern Linux und XP ein; HP hat bereits ähnliche Pläne angekündigt. Vielleicht nimmt Microsoft ja doch noch zur Kenntnis, was die Anwender wirklich wollen.

26.03.08 Spam von Yahoo und Hotmail

Spam- und Phishing-Mails, die von sogenannten Dial-Up-Hosts kommen, also etwa von DSL-Anschlüssen, bekommt man im empfangenden SMTP-Server relativ gut in den Griff (HELO-Syntax, DNS-Blacklists, gesperrte IP-Bereiche, Greylisting). In letzter Zeit kommen aber immer mehr solcher Mails von den IP-Adressen legaler Server wie Hotmail oder Yahoo, bei denen offenbar die zur Account-Anmeldung verwendeten Captcha-Grafiken (verschwommen aussehende Buchstaben, die man abtippen muss) automatisiert decodiert wurden. Anschließend wird der Account ein paar Stunden lang zum Spam-Versand benutzt, bis er "verbrannt" ist. Man darf gespannt sein, wie diese Provider, die ja auch selbst unter der Spam-Flut zu leiden haben, auf die neue Masche reagieren - vielleicht mit Bilderrätseln, die man bei der Anmeldung lösen muss, wie etwa "Welches Tier mit 5 Buchstaben ist auf dem Bild zu sehen"?

11.03.08 Ist der Ruf erst ruiniert...

... lebt sich's gänzlich ungeniert, sagte sich wohl die hessische Ministerpräsidenten-Bewerberin Andrea Ypsilanti und verkündete, sie werde ihr "Versprechen leider nicht halten" können, nachdem sie von Parteichef Kurt Beck auch noch ermuntert wurde, sich mangels anderer Mehrheiten von den Linken mitwählen zu lassen. Dummerweise gab es aber SPD-Abgeordnete, die diesen Wählerbetrug nicht mitmachen wollten, so dass eine Mehrheit fraglich war: Da half nur noch der Komplettrückzug. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht. Dass Frau Ypsilanti überhaupt kein Verständnis für die FDP hat, die auch nach der Wahl noch zu ihrer vorherigen Nicht-Koalitionsaussage mit der SPD steht, verwundert kaum.

19.02.08 Hehlerei in Liechtenstein

Insgesamt etwa 4 Milliarden Steuern von deutschen Kunden der Liechtensteiner Landesbank (LLB) könnte eine CD einbringen, die ein Informant dem Bundesnachrichtendienst für gut 4 Millionen Euro verkauft hat. Man könnte natürlich sagen, das Verhältnis von Aufwand und Erfolg rechtfertigt das Vorgehen des BND, aber nennt man das nicht Hehlerei, jemanden erst zum Diebstahl zu verleiten und dann die geklaute Ware von ihm zu kaufen? Zudem lädt das deutsche Steuersystem im internationalen Vergleich ja geradezu dazu ein, Erspartes ins Ausland zu verfrachten, und das gilt keineswegs nur für Top-Verdiener. Allerdings stehen die Chancen schlecht, dass sich das absehbar ändert, denn die Politik ist auch bei diesem Thema zu strukturellen Änderungen einfach nicht fähig.

08.02.08 Digital-Radio gescheitert?

DABDie KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten) kommt in einer Mitteilung vom 21. Januar zum Schluss, dass DAB (Digital Audio Broadcasting) in Deutschland nicht in ausreichendem Maße akzeptiert worden ist. Sie will die jährlichen Mittel zum DAB-Ausbau deshalb radikal reduzieren und nur noch den Status Quo finanzieren. Dies ist bedauerlich, da DAB tatsächlich dem bisherigen FM-Rundfunk weit überlegen ist: Für die Versorgung genügt ein Bruchteil der Sendeleistung, Gleichwellen-Betrieb mehrerer Sender ist problemlos möglich, die Tonqualität ist CD-ähnlich, und Empfangsgeräte stehen inzwischen ebenfalls ausreichend zur Verfügung.

Im Gegensatz zum terrestrischen Digitalfernsehen (DVB-T) hat man allerdings den Fehler gemacht, die Abschaltung des bisherigen analogen FM-Rundfunks nicht unmissverständlich anzukündigen. Auch die Versorgung innerhalb von Gebäuden wurde bisher nicht zuverlässig gewährleistet, und an breitenwirksamer Werbung für DAB fehlte es ebenfalls. Dass aus halbherziger Planung kein Erfolg wird, braucht wirklich niemanden zu wundern. Fraglich ist aber auch, ob die Münzenzähler der KEF die Richtigen für technische Grundsatzfragen sind.

28.01.08 Telefon-Überwachung frei Haus

Am 03.11.06 hat das Bayerische Landeskriminalamt eine Einrichtung zum Abhören von Telefongesprächen bei der Firma Digitask in Haiger für rund 292.000 EUR bestellt (Quelle: EU-Amtsblatt 221/2006). Das sonst vorgeschriebene Ausschreibungsverfahren gab es aus Geheimhaltungsgründen nicht. Wie man jetzt hört, gibt es neue Absprachen für die in Bayern vorauseilend geplanten Skype-Abhörmaßnahmen - wiederum mit Digitask. Dabei soll eine Art Trojaner-Software, die bisher allerdings nur für Windows 2000 und XP existiert, entweder manuell vor Ort installiert werden (heimlich oder ohne Hausdurchsuchungsbefehl nennt man das, glaube ich, Einbruch) oder etwas gutgläubigeren Abhör-Opfern einfach per E-Mail zugesandt werden, in der Hoffnung, dass sie dort freiwillig installiert wird. Digitask verlangt je Abhörmaßnahme pauschal nur 3500 EUR für drei Monate - natürlich unabhängig vom Erfolg. Den zu erzielen dürfte allerdings sehr schwierig werden, denn die Terroristen sind nun ja vorgewarnt: Bleibt also nur noch Lieschen Müller als Zielperson.

17.01.08 DARC e.V.: 280.000 ¤ Steuernachzahlung

Welche Folgen eine zu lasche Buchhaltung eines bundesweit agierenden Vereins haben kann, musste der Deutsche Amateur-Radio-Club (DARC) e.V. erfahren: Allein für 2004 bis 2006 sind nach einer Betriebsprüfung nun 280.000 Euro Steuern nachzuzahlen, das ist fast ein Zehntel der Jahresbeiträge aller Mitglieder. Für Einnahmen und Ausgaben konnten teilweise keine Belege vorgewiesen werden, Zuweisungen der Zentrale - dort gewinnmindernd als Kosten verbucht - wurden in Ortsverbänden nicht wie vorgeschrieben innerhalb eines Jahres satzungsgemäß verwendet, statt dessen wurden hohe Rücklagen ohne nachvollziehbare Begründung angehäuft und teilweise sogar auf Sparkonten eingezahlt. Sicher stellt eine korrekte "Zettelwirtschaft" eine enorme logistische Herausforderung für die 1061 Ortsverbände und die zentrale Geschäftsstelle dar. Fragen muss man sich allerdings, wie es einem Verein mit derzeit immerhin noch rund 47.000 Mitgliedern passieren konnte, dass über Jahre elementare Grundsätze der Buchhaltung missachtet wurden, obwohl das Problem vielen Verantwortlichen vor Ort längst dämmerte.

Dass der nach eigenen Angaben gemeinnützige DARC e.V. in den letzten Jahrzehnten konstant Mitglieder verlor, hängt allerdings wohl auch damit zusammen, dass viele Funkamateure sich von seiner Politik nicht mehr vertreten fühlten, etwa dem jahrzehntelangen Festhalten an der längst nicht mehr zeitgemäßen Morse-Prüfung, die 2003 endlich abgeschafft wurde. Für viele verbliebene Mitglieder dient der Verein primär dem kostensparenden Sammelversand von QSL-Karten, die sich als Bestätigungen für Funkverbindungen ins dritte Jahrtausend hinüberretten konnten, obwohl es dafür längst Alternativen im Internet gibt.

U-Bahn München11.01.08 Untergrund-Telefonie

Nach jahrelanger Weigerung hat die Stadt München endlich beschlossen, den GSM-/UMTS-Netzbetreibern in den U-Bahn-Schächten den Einbau von Repeatern zu gestatten und so ab 2009 das mobile Telefonieren auch dort zu ermöglichen. Während im S-Bahn-Tunnel die Nutzung von Mobiltelefonen längst Realität ist, mussten erst etliche Fahrgäste von schlecht gelaunten Jugendlichen in U-Bahn-Stationen zusammengeschlagen werden, bis sich die technikfeindliche Stadtregierung (vgl. Transrapid-Projekt) zu dieser Maßnahme durchringen konnte.

05.01.08 Nervige Werbung

Ich sehe ja ein, dass sich viele Webseiten ausschließlich aus Werbung finanzieren und ohne diese kaum existieren könnten. In der letzten Zeit haben allerdings Werbearten zugenommen, die einfach nur noch nerven. Dazu gehören Layer-Ads, die den Seiteninhalt zum Teil überdecken, grell blinkende GIF- und Flash-Animationen sowie in letzter Zeit auch Werbetexte, die direkt in den Seitentext eingebettet sind und die man deshalb oft nicht mit dem in Opera eingebauten oder bei Firefox nachrüstbaren Ad-Blocker los wird. Die Software Proxomitron leistet hierbei wahre Wunder. Man kann sie entweder auf einem Einzelplatz-PC lokal oder auch als Netzwerk-Proxy auf einem Server installieren. In den Browser-Einstellungen ist lediglich zu beachten, dass Proxomitron nur ein HTTP-, aber kein FTP-Proxy ist.

02.01.08 Bill Gates: Eine Ära geht zu Ende

Bis zum Sommer will sich Bill Gates nach 31 Jahren und im Alter von 52 Jahren vollständig von seiner Tätigkeit bei Microsoft zurückziehen. Er wird sich dann primär der Bill&Melinda-Gates-Stiftung widmen, die derzeit über knapp 30 Milliarden US-Dollar verfügt und vor allem Gesundheitsprojekte in Afrika und Asien finanziert. Sein privates Vermögen beträgt derzeit etwa 57 Milliarden Dollar. Als ich ihn im Mai 1983 in Anaheim/Kalifornien auf der National Computer Conference traf, hatte er gerade die letzten paar Programmzeilen seines Lebens geschrieben - seitdem tat er das nie wieder.

Manche mögen sagen, das war wohl auch besser so, aber vielleicht hätte er sich doch mehr um die Microsoft-Produkte der letzten Zeit kümmern sollen. So ist Windows Vista ein Ressourcen fressendes, aufgeblähtes Betriebssystem geworden, das es mit seiner Registrierungs- und Datei-Virtualisierung sogar schafft, eine Fehlersuche in vielen Anwendungen nahezu unmöglich zu machen: Das Programm A liest aus einer Datei, die sich unter C:\Program Files befindet, völlig andere Inhalte als die Anwendung B, mit der die Datei bearbeitet wurde. Mit dem Anbau zusätzlicher Balkone wird ein Betriebssystem eben leider nicht besser. Kein Wunder, dass sich viele Firmen entschließen, doch lieber bei Windows XP zu bleiben, auch wenn Vista auf nahezu allen neuen Heim-PCs vorinstalliert ist. Eine vollständige Migration von Arbeitsplätzen zur Alternative Linux scheidet aus Gründen der Hardware- und Anwendungs-Kompatibilität meist aus, vom reinen Server-Betrieb einmal abgesehen. Das mussten inzwischen auch die Verantwortlichen für Pilotprojekte der Stadtverwaltungen in Berlin, Hamburg, Köln und München einsehen.

Früher: 2007 | 2006

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