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2006In der Presse verlautete, dass die Telekom den DSL-Anschluss ihrer Call&Surf-Kunden in diesen Wochen kostenlos von 2000 auf 6000 kbit/s Download-Rate umstellt, der Uplink erhöht sich gleichzeitig auf 576 kbit/s. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Um Inkompatibilitäten mit älteren DSL-Modems zu vermeiden, erfolgt die Umstellung nur auf Antrag. Gestern war es hier soweit. Merkwürdigerweise wurde aber am Abend zunächst nur der Uplink deutlich schneller; trotz Modem-Reset und anderer verzweifelter Versuche blieb der Downlink erst mal bei 2000 kbit/s. Mitten in der Nacht, ein paar Stunden später, wurde dann auch der Downlink auf 6000 kbit/s erhöht. Etwas Geduld ist also angebracht.
Die Nachrichtenagenturen und Verlage werden ab 1. August 2007 weitgehend zu alten Schreibweisen zurückkehren. Statt Stängel heißt es dann wieder Stengel, und Rat suchend wird wieder ratsuchend geschrieben. Übrig bleibt von der Reform, dass ein ß nach kurzem Einzelvokal zu ss wird (dass statt daß) und - auch wenn man darüber trefflich streiten könnte - Worte mit drei Konsonanten wie etwa Schifffahrt oder fetttriefend. Die FAZ, die wie ein Fels in der Brandung auch bei diesen Beispielen bisher die alte Schreibweise benutzte, stellt bereits am 1. Januar 2007 auf den Kompromiss um. Damit soll endlich ein Schlusspunkt unter die überflüssigste aller Reformen gesetzt werden, so der FAZ-Chrefredakteur nach Gesprächen mit dem Spiegel und der Süddeutschen Zeitung. All das wird allerdings wohl wenig daran ändern, dass selbst Abiturienten dass und das regelmäßig verwechseln - da half auch keine Rechtschreibreform (siehe weiter unten, 17.07.06).
Wenn
es in letzter Zeit eine echte Bereicherung der vom Satelliten Astra 19,2° Ost
digital ausgestrahlten Fernsehprogramme gab, dann war das sicher die
englischsprachige Variante von Al Jazeera, der arabischen Antwort auf den
US-Nachrichtenkanal CNN. Der Sender in Doha, Katar, bietet dank der u. a. von
BBC, Skynews und Economist eingekauften Journalisten nicht nur
muttersprachliches Englisch, sondern auch eine exzellente und überraschend
objektive Berichterstattung mit besonderen Schwerpunkten im Nahen Osten sowie
in Afrika und Südamerika. Der Sender machte sich einen Namen, als er die
schmutzige Wirklichkeit der angeblich chirurgisch-präzisen US-Angriffe in
Afghanistan und im Irak aufdeckte. Seine Büros in Kabul und Bagdad wurden
daraufhin 2001 und 2003 selbst Opfer solcher Angriffe.
Der Einsatz der US-Truppen im Irak dauert inzwischen mit mehr als drei Jahren länger als jener im zweiten Weltkrieg. Ratlosigkeit macht sich breit: Viele erinnern sich an das Debakel in Vietnam. Selbst Ex-Außenminister und Kriegsbefürworter Henry Kissinger ist überzeugt, ein Sieg im Irak sei nicht mehr möglich. Der Ex-Pentagon-Beamte Joe Reeder sagte in Fox News, ein starker Mann sei jetzt nötig, die Demokratie sei gescheitert. Die liberale Los Angeles Times geht noch einen Schritt weiter und schlägt vor, Saddam Hussein die Macht wieder zu übergeben, denn der "psychotische Massenmörder" habe zumindest bewiesen, dass er den Irak unter Kontrolle halten könne. Schließlich gebe es Schlimmeres als eine Diktatur, nämlich dauerhaftes Chaos und Bürgerkrieg.
Im Jahressteuergesetz 2007 der Bundesregierung in Berlin ist vorgesehen, dass Finanzämter bei der Bearbeitung von Anträgen für verbindliche Auskünfte nun Gebühren nehmen dürfen: Mindestens 100 Euro, ansonsten 50 Euro je angefangener Stunde oder auch anteilig entsprechend dem Gegenstandswert. Dazu passt, dass man privat Beratungs-Gebühren nicht mehr von der Steuer absetzen kann. Die fälschlich so genannten "Volksvertreter" werden jetzt also erst recht kein Interesse mehr daran haben, das Steuerdickicht zu vereinfachen: Das würde ja womöglich die Gebühren-Einnahmen reduzieren.
Welcher
Browser ist der beste? Den Microsoft Internet Explorer traue ich mich nur mit
abgeschaltetem Active Scripting zu verwenden, dann funktionieren aber viele
Webseiten nicht richtig. Firefox 2 ist wesentlich sicherer, aber sowohl das
Laden des Programms als auch das Vor- und Zurückblättern in zuvor besuchten
Seiten ist relativ langsam. Deshalb bin ich nach einer mehrwöchigen
Firefox-Probierphase doch wieder zu Opera 9 zurückgekehrt, auch wenn dessen
Verbreitung im Vergleich zu den anderen Browsern merkwürdigerweise geringer
ist. Mit einer kleinen Anpassung lässt sich das Blättern im Verlauf sogar noch
weiter beschleunigen, da dann weitgehend alles aus dem Cache geladen wird:
opera:config#UserPrefs|HistoryNavigationMode
in die Adresszeile kopieren, Enter drücken und dem Parameter "History
Navigation Mode" den Wert 3 zuweisen.
Nachdem offenbar erhebliche Unregelmäßigkeiten bei der "Vereinigung der Rundfunkgebührenzahler" (VRGZ) ans Licht kamen, gründen Teile des Mitte Oktober neugewählten Vorstandes flugs einen neuen Verein namens Rundfunkgebührenzahler Deutschland (RFGZ), überlassen Haftungsfragen den konsternierten VRGZ-Mitgliedern und sagen, ihre Wahl zum Vorstand sei wegen Formfehlern bei der Mitgliederversammlung ohnehin nichtig. Ich sehe mich in meiner vorsichtigen Grundhaltung gegenüber Vereinen bestätigt - trotz sachlicher Übereinstimmung beim Thema Rundfunkgebühren für PCs.
Wie die Washington Post berichtet, will die US-Regierung die in CIA-Geheimgefängnissen "befragten" Terrorverdächtigen daran hindern, über die dabei benutzten Verhörmethoden zu sprechen, da dies "schweren Schaden" anrichten könne. Die ehemaligen CIA-Gefangenen, die nun zum Teil in Guantanamo einsitzen, dürften deshalb auch nicht automatisch das Recht auf einen Anwalt haben: rechtsfreier Raum im ehemaligen Land der Freiheit.
01.11.06
Pocket-PC: IE, Opera oder Minimo?Auf einem Pocket-PC mit GSM, GPRS und WLAN (HP IPAQ 6340 mit Windows CE 2003) habe ich versuchsweise den Opera-Mobile-Browser installiert. Leider zeigte sich, dass diese Lösung nicht wirklich praktikabel ist: Zum einen werden Seiten, die eigentlich bereits für das PDA-Bildschirmformat (240x320) optimiert sind, im Gegensatz zum eingebauten Internet Explorer nicht korrekt formatiert, z.B. bei Tabellen. Vor allem aber kommt Opera Mobile nicht mit abwechselnder Benutzung von WLAN und GPRS klar, während der Internet Explorer brav die Proxy-Einstellungen je nach Verbindungsart beachtet. Auch der probeweise installierte Firefox-Abkömmling Minimo der Mozilla Foundation überzeugte leider nicht, ganz abgesehen vom unzumutbar langsamen Start. Auf dem Desktop-PC schätze ich Firefox und Opera wegen ihrer Sicherheit sowie der freien Konfigurierbarkeit, aber auf dem Smartphone gibt es zum Pocket Internet Explorer offenbar keine problemfreie Alternative.
Bei ihrer heutigen Sitzung in Bad Pyrmont haben die Ministerpräsidenten bei nur einer Gegenstimme die Regelung bestätigt, wonach ab 1. Januar 2007 für Computer Rundfunkgebühren anfallen. Zwar wurde angekündigt, über eine Neuregelung der gerätebezogenen Gebühr in ein paar Jahren nachzudenken, aber erst mal sollen wir zusätzlich 5,52 Euro pro Monat an die GEZ bezahlen, wenn wir z.B. den Firmen-Laptop mal mit nach Hause nehmen oder im Büro einen PC stehen haben. Die US-Handelskammer kommentiert: "Deutschland macht sich lächerlich." Lesen Sie mehr in meinem ausführlicheren Beitrag.
In einem Berufungsverfahren (Az. I ZR 228/03) hat der Bundesgerichtshof klargestellt, dass auf einer gewerblichen Webseite das gesetzlich vorgeschriebene Impressum (§ 6 TDG und § 10 Abs. 2 MDStV) mit Adresse, Geschäftsführer, Handelsregister- und Steuernummer des Anbieters nicht zwingend mit einem Link "Impressum" von der Startseite aus aufrufbar sein muss. Im strittigen Fall musste man auf "Kontakt" und auf der Folgeseite dann auf "Impressum" klicken, um die Angaben anzuzeigen. Der Bundesgerichtshof hält dies für ausreichend und stellt darüber hinaus fest, dass eine zwangsweise Anzeige dieser Daten beim Ausführen eines Bestellvorganges nicht nötig ist.
Beim Ausprobieren eines neuen Pocket PC (HP IPAQ 6340) zeigte Outlook wieder einmal, wie unausgereift es in Details ist - obwohl die meisten Windows-Anwender es für das Maß aller Dinge halten. Wenn man Outlook so konfiguriert, dass es z.B. maximal 5000 Zeichen einer Mail vom Mailserver herunterlädt, meckert es beim Betrachten einer nur 2000 Zeichen langen Mail, dass diese nicht vollständig geladen wurde und man möge sie doch bitte zum Download markieren. Dabei wurde sie durchaus komplett heruntergeladen. Da bleibe ich doch lieber beim Webmail-Interface von NetMail, das auch per PDA problemlos bedienbar ist.
Manchmal dauert es viele Jahre, bis die Wahrheit ans Licht kommt. Im Buch "Der Doppelmord an Uwe Barschel" (Herbig-Verlag) führt Wolfram Baentsch einen Indizienbeweis, dass Barschel, der 1987 in einer Badewanne des Hotels Beau Rivage in Genf tot aufgefunden wurde, keineswegs Selbstmord beging: Er wurde von Geheimdiensten ermordet, nachdem er Kenntnis von israelischen Waffenlieferungen über Deutschland an den Iran erhalten hatte. Dies hatte 1990 bereits der Ex-Mossad-Agent Victor Ostrovsky behauptet. Die Lieferungen dienten zusammen mit jenen der USA an Saddam Hussein offenbar dazu, den damaligen Konflikt Iran-Irak möglichst verlustreich und lang andauernd zu gestalten.
29.09.06
BenQ meldet Insolvenz anIch besitze eines der letzten "echten" Siemens-Mobiltelefone ohne BenQ-Aufdruck, ein M65. Manchmal hat man den Eindruck, dass diejenigen, die es bauten, schon ahnten, was auf sie zukommt: Ab und zu schaltet sich das Gerät unvermittelt selbst aus, und man ist - ohne es gleich zu merken - nicht mehr erreichbar. Nun hat BenQ Deutschland nur ein Jahr nach Übernahme des Handy-Geschäfts von Siemens Insolvenz angemeldet, 3000 Mitarbeiter sind betroffen. War der Verkauf an BenQ nur eine elegante Methode, sie loszuwerden? Zur Belohnung wollte sich der Siemens-Vorstand erst mal 30 % mehr Gehalt gönnen und verschob das erst nach massiver Kritik um ein Jahr.
Beim Versuch, telefonisch bei der Firma T. in B. per E-Mail nach der Lieferzeit eines im Web angebotenen Produkts zu fragen, meldete sich noch während des zweiten Klingelzeichens ein Anrufbeantworter, der mich auf die Geschäftszeiten hinwies, obwohl ich während dieser anrief. Der nächste Versuch fand per E-Mail statt - darauf bekam ich postwendend folgende Autoresponder-Mail: "Danke für Ihre Mail. Wir erhalten täglich viele Mails. Falls Sie in ca. 4 Tagen keine Antwort erhalten sollten, bitte noch einmal mailen." Man kann sich leicht vorstellen, was passiert, wenn man nach dem Kauf eines Produkts irgendwelche Probleme hat: Nein danke...
Am Film "Loose Change" von Dylan Avery, Korey Rowe und Jason Bermas scheiden sich die Geister. Die einen halten ihn für ein Sammelsurium verrückter Verschwörungstheorien, die anderen für ein mutiges Werk, das zumindest versucht, Widersprüche an der offiziellen Darstellung des 11. September 2001 aufzuzeigen und alternative Erklärungsmöglichkeiten zu suchen. Die zweite Edition des Films wurde in einigen Details präzisiert. Ein Download ist z.B. von Google Video möglich; wer halbwegs Englisch versteht, dem kann ich nur empfehlen, sich diesen Film anzusehen.
Ich habe Mitte Juni versucht, mir von einem Händler in Florida etwas per Post zusenden zu lassen, er versandte es per US-Mail nach Deutschland. Zwei Wochen später brachte mir der Postbote nicht etwa das Päckchen, sondern lediglich einen Verzollungshinweis, dass das Paket entweder beim Hauptzollamt Hallbergmoos abzuholen oder via Postverzollung Radefeld mir direkt zuzustellen sei. Ich entschied mich der Einfachkeit halber für letzteres. Nach weiteren vier Wochen war das Paket immer noch nicht da. Nachforschungen beim Zoll blieben ergebnislos. Jetzt, fast ein Vierteljahr später, informierte mich der Händler in Florida, er habe das Paket soeben ohne jeglichen Vermerk wieder zurückbekommen, und wollte wissen, ob ich es abgelehnt habe und wie er nun damit verfahren solle. Eine Neulieferung per UPS klappte dann innerhalb von zwei Tagen ohne Probleme - allerdings zum doppelten Frachtpreis.
31.08.06
Zweierlei Moral90 % der Streubomben, die von israelischen Jets über dem Südlibanon abgeworfen wurden, fielen innerhalb der letzten drei Tage des Krieges - als längst klar war, dass ein Waffenstillstand unmittelbar bevorstand. Nicht alle dieser Splitter-Sprengkörper explodierten sofort; viele blieben als Blindgänger liegen und sind nicht nur für spielende Kinder, sondern auch für die geplante UN-Mission eine große Gefahr. Der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, Jan Egeland, kritisierte die Streubomben als "völlig unmoralisch", und die deutsche Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul verlangte eine UN-Untersuchung. Der Zentralrat der Juden in Deutschland verbat sich dagegen umgehend jegliche Kritik am Splitterbomben-Einsatz und warf Wieczorek-Zeul Antisemitismus vor. Es gibt eben zweierlei Moral.
Versicherungen und Banken entlassen trotz riesiger Gewinne schamlos tausende Mitarbeiter. Stromkonzerne kündigen trotz ihrer Milliardengewinne Tariferhöhungen von 10 Prozent an. Für beruflich zu Hause genutzte PCs sollen ab Januar 2007 zusätzliche Rundfunkgebühren gezahlt werden. Die Krankenkassen-Beiträge steigen immer weiter - trotz der Einführung der Praxisgebühr, die das eigentlich stoppen sollte. Konzerne wie Siemens verscherbeln ganze Unternehmensteile ins Ausland - zum angeblichen Vorteil von Aktieninhabern, aber Tausende werden arbeitslos oder Frührentner. Und die Bundesregierung hält trotz sprudelnder Steuereinnahmen an der Mehrwertsteuer-Erhöhung von 16 auf 19 Prozent fest. Ist es ein Wunder, dass laut aktueller Umfragen immer mehr Bundesbürger mit den Oppositionsparteien liebäugeln? Da hilft auch keine neue Frisur für die Bundeskanzlerin.
Wer meint, dass die Bevölkerung des High-Tech-Landes USA wissenschaftlichen Erkenntnissen aufgeschlossen gegenübersteht, muss sich eines Besseren belehren lassen. Immerhin 39 % glauben dort nicht, dass sich der Mensch aus tierischen Vorfahren entwickelt hat, und halten die Evolutionstheorie von Charles Darwin für falsch. Weitere 21 % sind sich nicht sicher, und nur 40 % meinen, Darwin hatte recht, berichtet die Fachzeitschrift Science. Insbesondere die Republikaner hatten den Kreationismus, der die Evolution ablehnt, hoffähig gemacht. In Deutschland stimmen dagegen immerhin 70 % der Evolutionstheorie zu, in Dänemark, Schweden und Frankreich sogar 80 %.
09.08.06
Krieg mit deutschen Waffen und SteuernWenigen ist bekannt, dass Israel seine Angriffe im Libanon auch mit deutscher Unterstützung führt. Motor, Getriebe und Kanone der in Israel zusammengebauten Merkava-Panzer wurden in Deutschland entwickelt und sind dem Leopard II sehr ähnlich. Das Getriebe wird in Augsburg gefertigt; der von MTU in Friedrichshafen konzipierte Motor wird ebenso wie die Kanone von einer US-Firma in Lizenz gebaut. Die israelischen U-Boote wurden nicht nur in Deutschland gebaut, sondern auch vom deutschen Steuerzahler finanziert. Die Bundesregierung begründet all das mit der historischen Verpflichtung Deutschlands. Rolf Verleger, Vorsitzender des Jüdischen Gemeinschaft in Schleswig-Holstein, sieht dies differenzierter und sagte der Süddeutschen Zeitung: "Israel läuft in eine Sackgasse und das Judentum wird dahin mitgezogen." Er verurteilt "Israels Gewaltpolitik" und wirft dem Zentralrat vor, die dunkle Seite der israelischen Politik im Libanon und gegenüber den Palästinensern zu verschweigen.
Der Satelliten-Betreiber SES-Astra veröffentlichte gestern eine Pressemitteilung, in der für 2007 Gebühren von voraussichtlich 3,50 Euro je Monat für den Empfang von Privatsendern angekündigt werden: "Die digitalen Signale der Sender RTL Television, VOX, RTL II, Super RTL und n-tv sollen zum Signalschutz verschlüsselt ausgestrahlt werden. Zur Entschlüsselung der Programme benötigen die Zuschauer einen geeigneten Digitalreceiver und eine entsprechende Smartcard." Ich muss gestehen, seit vielen Monaten keinen dieser Sender mehr gesehen zu haben, da zum einen das Niveau der dort gebotenen Sendungen dem einer bekannten Tageszeitung entspricht, die ich ebenfalls nicht konsumiere, zum anderen sind sie derart von Werbung überfrachtet, dass mir die Zeit dafür zu schade ist. Zudem handelt es sich bei den zwei hier installierten Sat-Receivern um reine Free-to-Air-Geräte ohne Smartcard-Schacht. Abgesehen davon: Wenn es dank Gebührenpflicht (zusätzlich zur GEZ!) immer weniger Zuschauer dieser Privatsender gibt, kann man leicht absehen, wie die Werbeeinnahmen von RTL und VOX in den Keller rutschen. Ob sich das alle Beteiligten auch wirklich gründlich überlegt haben?
In den vergangenen Jahren hatte ich via Kurzwelle öfter Kontakt zu einem Funkamateur in Beirut: Wir unternahmen einige technische Experimente und plauderten über Dies und Das. In den letzten Wochen habe ich nichts mehr von ihm gehört. Wie es ihm wohl geht? Der Libanon wird zwischen Syrien und Israel zerrieben, und das öffentliche Leben kam weitgehend zum Erliegen. Israel, dank großzügiger Waffenhilfe insbesondere der USA militärisch bei weitem in der Übermacht, nimmt bei seinen Luftangriffen weder auf Zivilisten noch auf unbewaffnete UNO-Posten Rücksicht, ja nicht einmal auf Helfer, die Verletzte aus zerbombten Wohnhäusern bergen wollen - selbst auf sie wird gezielt geschossen. Auch Maßnahmen gegen Umweltkatastrophen wie ins Mittelmeer auslaufendes Erdöl werden militärisch verhindert, und Hunderttausende werden aus ihren Heimatorten vertrieben. Eine Vermittlerrolle der USA wird von den Libanesen kaum noch akzeptiert, weil sie genau wissen, wo die Bomben gebaut wurden, die ihre Wohnhäuser zerstörten. Zudem sind es die USA, die jede Israel-kritische UN-Resolution mit ihrem Veto blockieren.
Der Angriff der USA auf den Irak im März 2003 erfolgte, wie wir alle inzwischen wissen, nach aus der Luft gegriffenen Schauergeschichten über angebliche irakische Massenvernichtungswaffen, die nie gefunden wurden. Seitdem - aber auch wegen des an totalitäre Staaten erinnernden Überwachungsapparats, den George W. Bush im eigenen Land installieren ließ - ist das Ansehen der USA auf der ganzen Welt dramatisch gesunken. Israel wird es wohl ähnlich ergehen; der Massenmord an Hunderten unschuldiger Zivilisten und Kinder steht in keinerlei Verhältnis zur Verschleppung zweier israelischer Soldaten. Aber vielleicht war der kleine Anlass ganz willkommen, um endlich das große Aufräumen in Nahost einzuläuten?
23.07.06
Foxit PDF Reader: Probleme beim Bahn-TicketVon Foxit Software gibt es einen kompakten und sehr schnellen PDF-Reader, der die Adobe-Version 6.0 allein schon in der Geschwindigkeit des Ladevorgangs um Längen schlug. Beim Ausdrucken eines Bahn-Online-Tickets fiel allerdings leider auf, dass anstelle des DB-Logos und des zweidimensionalen Barcodes nur total verwürfelte Pixel erschienen; der Zugbegleiter hätte dieses Ticket vermutlich nicht akzeptiert. Leider scheint Foxit die Weiterentwicklung des flotten PDF-Readers in letzter Zeit etwas zu vernachlässigen, mit einer Fehlerbereinigung war also so schnell nicht zu rechnen.
Also flugs die aktuelle Adobe-Version 7.0 installiert - und siehe da:
Gegenüber 6.0 ist das Laden deutlich schneller geworden, und Darstellungsfehler
beim Bahn-Ticket gibt es natürlich auch nicht. Lediglich die rechts oben immer
eingeblendete Werbung stört etwas. Wer sich an die Registry herantraut, kann
dem aber abhelfen: Im Registry-Schlüssel
HKey_Local_Machine\Software\Adobe\Acrobat Reader\7.0\FeatureLockDown
ein neues DWord namens "bShowAdsAllow" mit dem Wert 0 eintragen.
Nachtrag 10.01.07: Inzwischen bin ich wieder beim Foxit-Reader gelandet, nachdem die erwähnten Probleme beseitigt sind.
Bereits jetzt steht fest, dass die mehrmals geänderte Rechtschreibreform, die ab 1. August 2006 an deutschen Schulen und ein Jahr später auch in Ämtern und Behörden verbindlich wird, ihren primären Zweck verfehlt hat - nämlich die Anzahl von Schreibfehlern zu verringern. Während einer Langzeitstudie des Max-Planck-Instituts und der Universität Würzburg wurden 200 Kinder über 20 Jahre beobachtet und anhand eines Diktats beurteilt. Das Ergebnis: Würde man die Rechtschreibkünste der Schüler von 1986 zum Maßstab nehmen, wären drei Viertel der heutigen Kinder Legastheniker. Viele kennen noch nicht einmal den Unterschied zwischen "dass" und "das" und merken überhaupt nicht, wie sich sich damit in Internet-Foren oder E-Mails blamieren.
Das schlechte Rechtschreib-Niveau heutiger Schüler wird auf den veränderten Deutsch-Unterricht zurückgeführt, der auf Rechtschreibung immer weniger Wert lege. Seit Jahren beklagen auch Betriebe und Handwerker die deutlich zurückgegangenen Fähigkeiten der Schulabgänger insbesondere in den Fächern Deutsch und Rechnen.